München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat angesichts massiver Absatzeinbrüche im Lastwagengeschäft Kaufanreize für sparsame Neufahrzeuge gefordert. Eine Abwrackprämie wie für Altautos funktioniere bei Lastwagen zwar nicht unbedingt, sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson am heutigen Donnerstag in München.Investitionsunterstützungen von einigen tausend Euro beim Kauf eines neue, sparsamen Lastwagen könnten aber helfen, die Nachfrage wieder anzuschieben. „Was bei Pkw gemacht wurde, kann man auch bei Lkw machen“, ergänzte Finanzvorstand Karlheinz Hornung. Insgesamt stellt sich der Münchner Konzern auf schwere Zeiten ein. Eine genaue Prognose für 2009 sei angesichts der Krise an den Finanzmärkten derzeit kaum möglich, teilte MAN mit. Zwar rechnen die Münchner auch für den Gesamtkonzern mit weniger Bestellungen und Umsatz, besonders hart dürfte es aber das Lastwagengeschäft treffen. Hier zeigte der Auftragseingang zuletzt deutlich nach unten. MAN hat bereits mit massiven Produktionskürzungen reagiert und sich von einem großen Teil seiner Leiharbeiter getrennt. 2008 schaffte MAN dank des guten Starts ins Jahr aber noch ein solides Ergebnis. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 14,945 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbessert sich von 1,55 auf 1,72 Milliarden Euro. Der Überschuss bewegte sich mit 1,247 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau. Die Aussichten für 2009 sind damit trübe. Bei Lastwagen und Bussen rechnet MAN mit weniger Umsatz und Gewinn. In den übrigen Geschäftsbereichen will der Konzern zwar stabile Ergebnisse schaffen, kompensieren dürften sie die Ausfälle bei den Nutzfahrzeugen aber kaum. Für den Gesamtkonzern bedeutet dies weniger Bestellungen und weniger Umsatz. In den kommenden Monaten will der Konzern weitere Einsparmöglichkeiten prüfen und sein Geschäft mit Dieselmotoren für Kraftwerke ausbauen, um einen Ausgleich für die Ausfälle bei den Lastwagen zu erreichen. Die sinkende Nachfrage und die zuletzt deutlich gekürzte Produktion machte sich auch bei den Mitarbeiterzahlen bemerkbar. Den fest angestellten Mitarbeiter blieben Streichungen zunächst erspart. Ihre Zahl lag zum Jahresende mit rund 51.300 sogar leicht über Vorjahresniveau. Bei den Leiharbeitern kürzte MAN aber kräftig. Hier wurde die Zahl der Stellen um fast 40 Prozent auf knapp 2200 verkleinert. Die Kurzarbeit wollen die Münchner voraussichtlich übers Jahr ausweiten. „Kurzarbeit werden wir wahrscheinlich auch im zweiten Halbjahr machen“, sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson. (dpa/ak)
MAN fordert Kaufanreize für sparsame Lastwagen
Der Nutzfahrzeugkonzern MAN fordert eine staatliche Prämie für den Nutzfahrzeugkauf. Kurzarbeit auch im 2. Halbjahr 2009 wahrscheinlich