Der angekündigte Gehaltsverzicht des Lufthansa-Vorstands ist für die Gewerkschaft ver.di kein Modell für die mehr als 50 000 Beschäftigten. In den Gesprächen über Kostensenkungen solle dieses Beispiel nicht aufgegriffen werden, sagte ein ver.di-Sprecher am Montag. «Die Flugbegleiter und die Mitarbeiter am Boden gehören bestimmt nicht zu den Spitzenverdienern.» Die vier Lufthansa-Konzernvorstände wollen auf zehn Prozent ihrer Grundbezüge verzichten. Die 1000 führenden Mitarbeiter wurden aufgerufen, diesem Schritt zu folgen. Die Pilotenvereinigung Cockpit, mit der die Lufthansa ebenfalls über Kostensenkungen spricht, will die im Frühjahr ausgehandelte neue Einkommensstruktur nicht in Frage stellen lassen. Eine Rückabwicklung sei nicht denkbar, sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern. Die Piloten erzichteten bereits auf Einkommenserhöhungen, da der als variable Ergebnisbeteiligung je nach Unternehmenserfolg auszuzahlende Teil wegen der Krise wegfallen werde. Denkbar sei die Aufschiebung von Einkommenserhöhungen. Die Lufthansa redet mit den Gewerkschaften seit dem 19. Oktober über Kostensenkungen zur Bewältigung der Krise. Entlassungen sollen möglichst verhindert werden. Der Konzern schließt für 2001 einen Verlust nicht aus. (vr/dpa)
Lufthansa-Spitze verzichtet auf zehn Prozent des Grundgehaltes
Ver.di: der Verzicht ist kein Modell für Beschäftigte