Frankfurt/Main. Die Lufthansa überprüft eine Verkleinerung ihrer Frachtflotte. Grund ist die schwächelnde Nachfrage als Folge der Wirtschaftskrise. „Die Dimensionierung der Flotte ist (...) eine Frage, auf die wir immer wieder neue Antworten finden müssen“, sagte der Vorstandschef der Lufthansa-Tochter Lufthansa Cargo, Carsten Spohr, dem „Handelsblatt“ (Freitag). Ein Unternehmenssprecher wandte sich aber gegen die aus Kreisen zitierte Einschätzung, dass ein Teil der 19 Flugzeuge endgültig aus dem Verkehr gezogen werden soll. „Wir wollen sie wieder fliegen lassen“, erklärte er. Vom 1. Oktober an hält die Lufthansa die mittlerweile vierte ihrer 19 Frachtmaschinen vom Typ MD11 dauerhaft am Boden. Wegen der reduzierten Verbindungen der übrigen Flieger sind zudem rechnerisch zwei weitere Maschinen nicht im Einsatz. Ein Jet ist dauerhaft in Leipzig geparkt, drei weitere auf einem Flugzeugparkplatz in einer Wüste in Kalifornien. Im ersten Halbjahr hat die Lufthansa-Frachttochter einen Verlust von 134 Millionen Euro eingeflogen - nach einem Plus von 164 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für das Gesamtjahr wird ein operativer Verlust erwartet. Für die Cargo-Mitarbeiter am Boden gilt in Deutschland bis zum Februar Kurzarbeit. Rund 2600 Beschäftigte erhalten für ein Viertel ihrer Arbeitszeit Kurzarbeitergeld. Im von Überkapazitäten geprägten Wettbewerb sind die Frachtraten deutlich unter Druck geraten. Das „Handelsblatt“ berichtete von Preisrückgängen von um 40 Prozent. Dem Bericht zufolge will die Lufthansa im wieder anziehenden Markt Preiserhöhungen von bis zu 25 Prozent durchsetzen. Spohr räumte aber ein, dass in den kommenden Jahren mit sinkenden Durchschnittserlösen zu rechnen sei. (dpa)
Lufthansa prüft Verkleinerung der Frachtflotte
Grund: schwache Nachfrage / Langfristig sollen alle 19 Maschinen wieder fliegen