Bei der Fluggesellschaft Lufthansa ist der Betriebsfrieden nach dem Pilotenstreik und den Lohnerhöhungen von insgesamt 28 Prozent noch immer nachhaltig gestört. "Es sind tiefe Gräben aufgerissen worden, die von allen Beteiligten jetzt wieder zugeschüttet werden müssen", sagte Lufthansa-Chef Jürgen Weber in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er habe die Kampfkraft der 4200 Piloten unterschätzt. "Das war eine Fehleinschätzung im Vorstand und eine bittere menschliche Enttäuschung für mich," räumte Weber ein. Der Personalaufwand für die Cockpitcrews steigt laut Lufthansa in diesem Jahr um 125 Millionen Euro (244 Millionen Mark). Als Reaktion auf den teuren Tarifabschluss und die schwächere Nachfrage will Weber acht ältere Boeing-Jumbos vom Typ 747-200 ausmustern und durch Großraumjets vom Typ Airbus A380 ersetzen. In dem Gespräch ging Weber auch auf den Flughafen München als zweite Drehscheibe der Lufthansa ein. Das Wachstum in der bayerischen Landeshauptstadt mache seiner Ansicht nach eine dritte Landebahn notwendig. (vr/dpa)
Lufthansa leidet noch unter Pilotenstreik
Airline-Chef Weber: Es sind tiefe Gräben aufgerissen worden