Frankfurt. Das Umsatzwachstum stamme vor allem aus dem Kerngeschäft, teilt der Fracht-Carrier des Lufthansa-Konzerns mit. Trotz unveränderten Frachtaufkommens von gut 1,7 Millionen Tonnen erhöhten sich die Erlöse aus Verkehrsleistungen im Vergleich zum Vorjahr um 10,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Ursachen seien eine Stabilisierung der Erträge pro Kilogramm Fracht (Yields) und die Abfederung der hohen Kerosinpreise durch Treibstoffzuschläge. Mit 54,6 Millionen Euro erlöste das Unternehmen aus der Teilvercharterung an andere Airlines. „Die Binnennachfrage auf dem Luftfrachtmarkt ist nach wie vor schwach und der Wettbewerb im Luftfrachtmarkt nimmt weiter zu. Dass wir angesichts dieser schwierigen Marktbedingungen dennoch unser Ergebnis verbessern konnten, verdanken wir vor allem strikter Kostenkontrolle und internen Prozessen, die klar auf unsere Kunden zugeschnitten sind“, kommentierte Vorstandsvorsitzender Jean-Peter Jansen die Jahreszahlen. Das Ergebnisverbesserungsprogramm „Excellence + Growth“ werde bis Ende 2007 verlängert. Der betriebliche Aufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Am stärksten stiegen die Aufwendungen für Treibstoff (plus 24,4 Prozent). Der Charteraufwand stieg um knapp 114 Millionen Euro auf 923 Millionen Euro. Ursachen waren der zusätzliche Charterbedarf für das DHL Interkontinental Joint Venture, die Flottenflexibilisierung durch die Kooperation mit Air Atlanta und die Aufwendungen für die Vermarktung von Belly-Kapazitäten. Der Personalaufwand verringerte sich um 6,6 Millionen Euro auf 335,4 Millionen Euro. Im Gegensatz zum Vorjahr wuchs das Gesamtangebot der Lufthansa Cargo – gemessen in angebotenen Tonnenkilometern (FTKO) – um 1,3 Prozent. Wachstumschancen sieht Jansen vor allem durch eine weitere Optimierung der Produktstrategie. „Wir behalten die Fokussierung auf Premiumprodukte bei, setzen zukünftig aber stärker auf das wachstumsstarke Standardsegment.“ Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Lufthansa Cargo leisten die strategischen Partnerschaften des Unternehmens. So erzielt Lufthansa Cargo rund 50 Prozent seines Umsatzes mit den zwölf Speditionen, die Mitglied des „Global Partnership Programms“ sind. Mit dem japanischen Anbieter Nippon Express wurde im April 2005 der erste asiatische Großspediteur in das Programm aufgenommen. Auch 2006 werde das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd bleiben. Branchenexperten erwarten für die kommenden fünf Jahre zwar ein durchschnittliches Wachstum von sechs Prozent im weltweiten Markt für Luftfracht. Allerdings kennzeichnen nach wie vor zunehmende unpaarige Warenströme, hohe Treibstoffkosten sowie steigende Wettbewerbsintensität den Markt.
Lufthansa Cargo: Umsatz und Gewinn im Steigflug
Mit einem operativen Ergebnis von 108 Millionen Euro konnte die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo ihr Vorjahresergebnis deutlich verbessern (2004: 33,5 Millionen Euro). Die Gesamterlöse stiegen um knapp zehn Prozent auf rund 2,88 Milliarden Euro.