Louis Dreyfus Armateurs an Einstieg bei CMA CGM interessiert

24.11.2009 14:34 Uhr
Marseille
CMA CGM steht vor einem Umbau
© Foto: Port Marseille

Französischer Reedereikonzern will bis Dezember wieder ins operative Gleichgewicht kommen / Gläubigerbanken drängen offenbar auf Führungswechsel

Paris. Er suche jemand, der bereit sei, mit 300 Millionen bis 400 Millionen US-Dollar für fünf bis sieben Jahre, ins Kapital der mit 5,6 Milliarden US-Dollar verschuldeten Containerreederei CMA CGM einzutreten, zitiert das französische Magazin „L`Expansion“ deren Gründer und Vorstand Jacques Saadé. Im ersten Halbjahr 2009 hat das in Marseille ansässige Unternehmen weitere gut 340 Millionen Euro verloren. Interesse an einem Einstieg hat inzwischen nach übereinstimmenden Presseberichten die im Containerreederei Louis Dreyfus Armateurs (LDA) gezeigt. Sie wollte dazu jedoch keinen Kommentar abgeben. Wie Die Tageszeitung „Le Figaro“ schreibt, soll die französische Regierung eine solche Lösung unterstützen. Laut Saadé ist die hohe aktuelle Verschuldung zum Teil außer auf die Krise im Übersee-Transportgewerbe auch darauf zurückzuführen, dass CMA CMG für die bis 2012 zur Lieferung antehenden 49 bestellten neuen Containertransporter Anzahlungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro habe leisten müssen. Momentan hat die Reederei 365 Schiffe im Einsatz, wovon 265 gemietet sind. Bis Mitte Dezember will CMA CGM wieder ins operative Gleichgewicht zurückgekehrt sein und hofft, dass die Auftragnehmer in Korea mitspielen und die im neuen Geschäftsplan vereinbarten Terminaufschiebungen respektive Auftragsstornierungen akzeptieren werden. Man sei auch bereit zu gewissen Verkäufen als nicht strategisch betrachteter Minderheitsbeteiligungen an diversen Hafenterminal-Gesellschaften, erklärte Saadé der Zeitschrift weiter und zeigte sich ferner offen für die Empfehlung seines Finanzberaters JP Morgan, das Kapital auch für die eigenen Mitarbeiter zu öffnen. Für einen baldigen Ausstieg aus den Finanzkalamitäten sieht die drittgrößte Containerreederei der Welt um so mehr Aussicht, als es nach ihren Angaben erste Anzeichen für eine Wiederbelebung der Konjunktur gibt. Nach in Paris umlaufenden Gerüchten sollen die Gläubigerbanken jedoch auf einem personellen Wechsel an der Spitze des angeschlagenen Unternehmens bestehen und hierfür den Namen des früheren Chefs der Rüstungs- und Luftfahrt-Elektronikfirma Thales, Denis Ranque, ins Spiel gebracht haben. (jb)

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