Nach der Inhaftierung von elf neuen illegalen Einwanderern, die durch den Eurotunnel bis auf britischen Boden vorgedrungen waren, hat die Londoner Regierung ihre Forderung nach Schließung des Auffanglagers bei Sangatte auf der französischen Seite erneuert. Nach einer Meldung des Tageszeitung Le Parisien kündigte Innenminister David Blunkett ferner an, man werde gleich nach den französischen Parlamentswahlen im Juni mit der neuen Regierung in Paris Gespräche über die Frage führen. Im Grunde könne es dabei nur um die Auflösung des vom französischen Roten Kreuz geführten Lagers gehen, das ursprünglich auf 600 Personen ausgelegt war, inzwischen aber mit 1400 illegalen EU-Einwanderern hoffnungslos überbelegt ist.
Die britische Bahnfrachtfirma Welsh & Scottish Railways kritisierte die französischen Sicherheitsmaßnahmen als "völlig wirkungslos". Am vergangenen Dienstag konnten wiederum nur vier von insgesamt elf vorgesehenen Güterzügen den Tunnel passieren, nachdem eine Gruppe von Asylbewerbern das Frachtlager von Frethun bei Calais am Tunneleingang gestürmt hatte. Der Sicherheitskordon von 5 km um das Depot herum war lediglich von 15 Polizisten bewacht worden. Insgesamt hat Frankreich dort 60 Beamte eingesetzt. (vr/jb)