Neuss. Verkehrs- und Logistikunternehmen sind immer länger im Zahlungsverzug. Das ist das Ergebnis des aktuellen Zahlungsindikators für das erste Halbjahr 2019 der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Nach Ablauf der gesetzlichen Zahlungsfrist verstrichen bei den Unternehmen der Branche im Schnitt weitere 15,62 Tage, bis diese ihre Rechnungen beglichen. Das sind 2,95 Tage mehr als bei der letzten Erhebung.
Generell müssen sich Lieferanten und Kreditgeber auf steigende Risiken einstellen, berichtet Creditreform weiter. So habe sich das Zahlungsverhalten in den ersten sechs Monaten des Jahres verschlechtert und Zahlungsverzögerungen hätten zugenommen. Im Rahmen der Analyse wurden 3,1 Millionen Rechnungsbelege ausgewertet. Im branchenübergreifenden Durchschnitt waren offene Rechnungen 10,78 Tage überfällig, im Vorjahreszeitraum betrug der Zahlungsverzug 10,59 Tage.
Verlängert haben sich zudem die Forderungslaufzeiten, also der Zeitraum vom Tag der Rechnungsstellung bis zum Geldeingang. In der ersten Jahreshälfte mussten sich Lieferanten und Kreditgeber im Durchschnitt 43,11 Tage gedulden – 0,82 Tage mehr als im ersten Halbjahr 2018. Neben dem gestiegenen Zahlungsverzug sei auch die Ausweitung der Zahlungsziele für diese Entwicklung verantwortlich, berichtet Creditreform weiter. Im Untersuchungszeitraum hatten Lieferanten und Kreditgeber ihren Kunden im Schnitt 32,33 Tage Zahlungsziel eingeräumt – im ersten Halbjahr 2018 waren es noch 31,70 Tage. (sno)