Logistik-Immobilen in Osteuropa: "Entwicklung in zwei Phasen"

26.09.2008 14:53 Uhr
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Martin Schramm, Vorstandsmitglied des Hamburger Logistikimmobilienentwicklers Garbe Logistic AG
© Foto: Garbe

<i>LOGISTIK</i> inside im Gespräch mit Martin Schramm, Vorstand Garbe Logistic AG, zur Entwicklung des Logistikimmobilien-Marktes in Osteuropa

LOGISTIK inside: Herr Schramm, was ist beim Bau von Logistikimmobilien in osteuropäischen Ländern im Vergleich zu Deutschland grundlegend anders?Schramm

: Neben den rechtlichen und steuerlichen Besonderheiten verfügt jedes Land über länderspezifische Besonderheiten, die in der Mentalität und der Struktur der jeweiligen Länder begründet sind. Ein wesentlicher Unterschied ergibt sich aus der Art des Warentransportes. Während der Warentransport in Osteuropa fast ausschließlich auf bestehenden oder künftigen Straßennetzen absolviert wird, hat in Westeuropa die Vernetzung von Straße, Schiene und Wasser deutlich zugenommen. Somit spielt die Trimodalität der Standorte in Osteuropa bei möglichen Ansiedlungsstrategien eine untergeordnete Rolle, wohingegen der Nähe zu wichtigen Straßen eine größere Bedeutung beigemessen wird. Zudem hängt der Bau von Logistikimmobilien in Osteuropa meist mit der Anbindung an Produktionsstätten von international agierenden Unternehmen zusammen. Wie unterscheiden sich Class A- von Class B –Gebäuden? In Osteuropa setzen lokale Entwickler mit Class B-Gebäuden eigene Standards, während international agierende Entwickler Class A-Gebäude errichten, die den internationalen Nachfrageanforderungen sowohl von Mietern als auch Investoren gerecht werden. Die Class B-Immobilien sind erfahrungsgemäß nur im Zuge erster Knappheit am Markt platzierbar und langfristig nicht von anderen Mietern verwendbar. In den anderen (westlichen) Ländern hat auch bei den lokalen Entwicklern ein Umdenken eingesetzt, da die Drittverwendbarkeit der Immobilie von hoher Bedeutung ist. Es heißt oft „wilder Osten“. Muss man mit Korruption und staatlicher Willkür rechnen? Grundsätzlich hat die Korruption in vielen Ländern deutlich abgenommen und die sorgfältige Prüfung und Auswahl seiner Partner sorgt hier für Planbarkeit. Viel schwerwiegender sind die bürokratischen Hemmnisse, die teilweise willkürlich sind und in Form neuer Bestimmungen und Vorgaben immer wieder für Unruhe in den Abläufen und den damit verbundenen Fertigstellungsterminen sorgen. Durch die jahrzehntelang gewachsenen Organisationsstrukturen arbeiten Verwaltung und Wirtschaft in der Tagesarbeit in vielen Ländern völlig unabhängig voneinander, der Dienstleistungsgedanke oder eine Wirtschaftsförderung durch die Verwaltung ist derzeit nur in Ansätzen vorhanden.

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