Paris. Der tonangebende Pariser Transportunternehmer- und Logistikverband TLF spricht in seinem letzten Communiqué von einer "neuen Rolle", die mit der Einführung der deutschen LKW-Maut auf das französische Gütertransportgewerbe zukommen werde: Es sei dann gezwungen, zu Hause "bei Industrie und Handel für das Konto der deutschen Regierung als Steuereintreiber" zu agieren. Zu fürchten sei ferner die "künstliche Wiedererrichtung der Binnengrenzen" in der EU, weil sich die Abwickelung "mangels eines wirklich automatischen Systems" manuell vollziehen werde. Durch die dadurch entstehenden Wartezeiten gerieten die Logistik-Ketten zwangsläufig in Unordnung, was wiederum die Distributionskosten erhöhe. Der Verband behauptet weiter, dass die LKW-Maut "hauptsächlich zur Verringerung des Defizits im Bundeshaushalt" verwendet werden solle und somit "nur teilweise für die Transport-Infrastrukturen". Gemeinsam mit dem Deutschen Speditions- und Logistikverband e.V. (DSLV) hat TLF einen Anstieg der Fahrzeugbetriebskosten zwischen 3 bis 15 Prozent je nach Transport- und Ladungsart errechnet. Hinzu kämen die reinen technischen Systemeinbaukosten. (vr/jb)
LKW-Maut: Kritik aus Frankreich nimmt an Schärfe zu
Chaos und lange Wartezeiten wegen manueller Abbuchung befürchtet