Bern. Der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger bekräftigt seine Kritik an den letzte Woche bekannt gewordenen Sparplänen der Schweizer Regierung (Bundesrat). Leuenberger kündigte rigorose Kürzungen an – mit gravierenden Folgen für den Bahnverkehr. Falls man bei den Infrastrukturen zu sparen beginne, drohe der Kollaps der Bahn und der Verkehrssysteme, sagte Leuenberger in einem Interview in einer Sonntagszeitung. Zurzeit rechne man mit den Kantonen aus, was die Sparmaßnahmen konkret bedeuten würden. Klar sei, dass eine rigorose Verzichtsplanung nötig wäre. Dringend gewünschte Projekte, so Leuenberger, könnte man vergessen. Dazu gehörten im Mittelland zum Beispiel der Ausbau der S-Bahn Zürich, verschiedene Doppelspurausbauten der größten privaten Bahn der BLS (ehemalige BLS Lötschbergbahn AG) und der Ausbau der Strecke von Bern nach Solothurn. Laut Leuenberger ist sein Ministerium vom Sparpaket, das ab 2011 jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Franken (990 Millionen Euro) bringen soll, am stärksten betroffen. „Objektiv gesehen stimmt es sicher, dass die SBB störungsanfälliger geworden sind“, räumte der Verkehrsminister mit Blick auf die diversen Pannen der vergangenen Wochen ein. Der Bund habe in den letzten Jahren viel in die Bahn investiert: „Eine Folge davon sind höhere Unterhaltskosten“. Weitere Mittel für die Bahn seien deshalb unbedingt nötig: „Wenn wir jetzt die nötigen Unterhaltsarbeiten nicht erledigen, kommt das später doppelt so teuer“, sagte Leuenberger. Auch der Direktor des Bundesamts für Verkehr, Max Friedli, äußerte sich zu den Folgen der Sparpläne des Bundesrats in der Sonntagspresse. Dabei vertrat er die Meinung, dass man in diesem Fall die Subventionen für den Güterverkehr streichen oder die Abgeltungen an den Regionalverkehr kürzen müsste. Das wiederum hätte zur Folge, so Friedli, dass viele Pendler auf die Straße wechseln würden. (hrk)
Leuenberger befürchtet Kollaps der Schweizer Bahn
Der Schweizer Verkehrsminister kritisiert die drastischen Sparpläne seiner Regierung