Stralsund. Der Gesamtumschlag der Häfen in Mecklenburg-Vorpommern ist im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zu Vorjahreszeitraum geringfügig gesunken. Der Landeshafenverband rechne mit zwei bis drei Prozent weniger. Das sagte der Geschäftsführer des Seehafens Stralsund, Sören Jurrat, am Mittwoch beim Besuch vom Infrastrukturminister des Landes, Christian Pegel (SPD).
Bevorstehender Brexit als Konjunkturdämpfer
Einer der Gründe sei der bevorstehende Brexit. So habe Großbritannien in diesem Jahr 113 000 Tonnen weniger Gips abgenommen. Insgesamt würden pro Jahr in Stralsund 750 000 Tonnen Gips umgeschlagen, der als Nebenprodukt bei der Braunkohleverstromung anfalle. Auch andere Häfen hätten in diesem Jahr einige Sondereffekte wie mehr Rohöltransporte in Rostock aufgrund der Verunreinigung in der russischen Drushba-Trasse. In Stralsund wurden laut Jurrat weniger Baustoffe und Stahl umgeschlagen. Im vorigen Jahr hätten die neu gestarteten MV-Werften sehr viel Stahl gekauft, der nun erst verarbeitet werde.
Infrastrukturminister mit grundsätzlicher Entwicklung zufrieden
Minister Pegel erwartet, dass der leichte Umsatzrückgang innerhalb der normalen Schwankungsbreite liegt. Er sei mit der Entwicklung der Häfen nach dem Einbruch in der Wirtschaftskrise 2008 relativ zufrieden. Er sagte dies im Rahmen seiner Sommertour diese Woche mit Besuchen der vier größten MV-Häfen Stralsund, Wismar, Rostock und Sassnitz. (dpa/sn)