Frankfurt. Der Lagerflächenumsatz 2008 hat mit circa 1,94 Millionen Quadratmetern (Vermietungen und Eigennutzer) gegenüber dem 1. Halbjahr 2007 um zehn Prozent zugelegt. Im Fünfjahresvergleich der jeweils ersten sechs Monate zeigte sich ein Plus von 39 Prozent. Obgleich die Nutzer durch die deutlich erhöhten Kosten für Diesel, Transporte – und ab nächstem Jahr – auch der Maut – stärker unter Druck geraten, wird die gute Flächennachfrage im laufenden Jahr anhalten, prognostiziert der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle. Dafür spreche auch die Tatsache, dass in einer konjunkturellen Abschwächung zunächst häufig die Lager voll laufen bevor die Produktion eingeschränkt wird. Ob das letztjährige Rekordvolumen (3,88 Millionen Quadratmeter) zu toppen ist, sei allerdings eher unwahrscheinlich. Weiterhin dynamisch entwickelten sich die Gebiete außerhalb der von Jones Lang LaSalle untersuchten Big 5-Ballungsräume. Mit 1,268 Millionen Quadratmeter, entsprechend einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, sind sie für gut zwei Drittel des Lagerflächenumsatzes in den ersten sechs Monaten 2008 verantwortlich. Die Umsätze in den Big 5-Ballungsräumen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main inklusive Wiesbaden/Mainz, Hamburg und München) zeigten eine weniger deutliche Zunahme (plus vier Prozent auf 676.000 Quadratmeter), angetrieben von einem starken Plus in München von 32 Prozent auf 161.000 Quadratmeter. „Der Mangel an kurzfristig verfügbaren logistikgeeigneten Lagerflächen sowie für die Nutzung preisadäquaten Grundstücken hemmt die Umsätze in den meisten der Big 5-Standorten. Viele Mieter verlängerten mangels besserer Alternativen in den Bestandsobjekten ihre Mietverträge“, so Rainer Koepke, bei Jones Lang LaSalle Leiter Industrie Immobilien Deutschland. Für die Big 5-Ballungsräume waren folgende weitere Entwicklungen zu beobachten: 51 Prozent des Umsatzvolumens mit über 30 Deals bezogen sich auf Einzeldeals mit Flächen über 5.000 Quadratmeter. Die Anzahl der Vermietungen/Eigennutzer blieb in den einzelnen Flächenkategorien (ab 5000 Quadratmeter, bis 10.000 Quadratmeter, größer 20.000 Quadratmeter) nahezu gleich. 11 Deals lagen in den einzelnen Regionen über 10.000 Quadratmeter, angeführt von dem Logistikdienstleister Fiege, ein Eigennutzer mit 40.000 Quadratmeter, gefolgt von der Lufthansa Cargo mit 20.000 Quadratmeter. Auf die traditionell stärkste Branche „Transport/Verkehr/Lagerhaltung“ entfiel bei den Deals über 5000 Quadratmeter mit 63 Prozent des Umsatzvolumens im 1. Halbjahr 2008 das mit Abstand höchste Flächenvolumen, gepuscht freilich durch den Fiege-Deal in Neuss. Eigennutzer machten – nahezu gleich bleibend gegenüber dem Vorjahr – einen Anteil von zwölf Prozent (80.000 Quadratmeter) am Gesamtumsatz aus. Verdoppelt hat sich der Flächenumsatz in den Gewerbeparks: mit 155.000 Quadratmeter, davon allein 86.000 Quadratmeter in Berlin – entsprechend einem Anteil von 23 Prozent am Gesamtumsatz, ist sogar der komplette Jahresumsatz von 2007 übertroffen. In den Gebieten außerhalb der Big 5-Ballungsräume hat sich das Verhältnis von Vermietungen und eigengenutzten Flächen im 1-Jahresvergleich entsprechend dem Gesamtumsatzanstieg von 14 Prozent verschoben: während das Volumen der Vermietungen um 43 Prozent auf 737.000 Quadratmeter zulegte, ging es bei den Eigennutzerdeals um 12 Prozent auf 530.000 Quadratmeter zurück. Über ein Umsatzvolumen von 100.000 Quadratmeter in der Größenordnung über 5000 Quadratmeter kamen Hannover (circa 170.000 Quadratmeter bei sieben Abschlüssen), die neuen Bundesländer mit Schwerpunkt an der Autobahn A 4 entlang von Thüringen bis Sachsen (circa 120.000 Quadratmeter bei acht Deals sowie das Ruhrgebiet und der Raum Kassel/Bad Hersfeld, (jeweils etwa 100.000 Quadratmeter bei fünf Deals). Der Rhein-Neckar-Raum, Köln und Nürnberg zeigten Anmietungen und Eigennutzerdeals in einer Größenordnung von jeweils insgesamt über 80.000 Quadratmeter. „Bei den Standorten außerhalb der Big 5-Ballungsräume stimmt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Sie profitieren von der nach wie vor noch guten Verfügbarkeit von großflächigen bestehenden oder projektierten Lagerflächen auf preisgünstigen Grundstücken, den günstigen Kosten bei oft exzellenter Anbindung sowie der Mittelpunktlage in Europa. Das zieht Nutzer an. Trotz konjunktureller Abschwächungssignale sehen wir für den Lagerflächenmarkt insgesamt in 2008 eine stabile Entwicklung auf dem Rekordniveau des Vorjahres“, so Koepke. (sv)
Lagerflächenvermietungsmarkt toppt Rekordjahr 2007
Der Lagerflächenumsatz 2008 hat mit circa 1,94 Millionen Quadratmetern gegenüber dem 1. Halbjahr 2007 um zehn Prozent zugelegt