Länder wollen Mauterhöhung verschieben – Bund nicht: Erhöhung sei maßvoll

06.08.2008 08:24 Uhr
Mauterhöhung
Mauterhöhung soll später kommen
© Foto: Arndt/ddp

Speditionen sollen Zeit für Preiserhöhungen bekommen, zudem gibt es Zweifel an positiven Wirkungen für Umweltschutz. Der Bund hält die Erhöhung für gut begründet

München, Berlin. Bayern und eine Reihe anderer Länder wollen laut dem „Handelsblatt“ den Plan von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), die LKW-Maut ab 2009 zu erhöhen, im Bundesrat zu Fall bringen. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Vorstoß für eine Verschiebung der Erhöhung auf 2010 am 19. September im Bundesrat eine breite Mehrheit finden wird“, sagte die bayerische Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) der Zeitung (Mittwoch). Eine Verschiebung sei unabdingbar, um den Speditionen mehr Zeit zu geben, mit ihren Auftraggebern höhere Preise auszuhandeln. Zudem äußerte Müller generelle Zweifel: „Selbstverständlich hat der Umweltschutz auch für uns hohe Priorität. Wir haben aber erhebliche Zweifel, dass die Pläne Tiefensees zur Mauterhöhung hier weiter helfen.“ Die Bundesregierung will indes an der zum 1. Januar 2009 geplanten Erhöhung der LKW-Maut festhalten. Dies sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Mittwoch in Berlin. Er wies damit die Überlegungen aus Bayern und anderen Bundesländern zurück, die Erhöhung der LKW-Maut über den Bundesrat um ein Jahr zu verschieben. Die geplante Erhöhung sei „maßvoll, abgewogen und gut begründet“ und ermögliche Investitionen zur notwendigen Verbesserung der Verkehrswege. Durch die Erhöhung der LKW-Maut stünden dem Staat im kommenden Jahr 10,2 Milliarden Euro zur Verfügung – eine Milliarde mehr als vorgesehen. Gleichzeitig könne das deutsche LKW-Gewerbe 2009 mit einer bereits geplanten Entlastung um 600 Millionen Euro rechnen. Sie sei vereinbart worden, um heimische Transporteure gegenüber ausländischen nicht unverhältnismäßig zu belasten. „Wir bringen also einen Teil der Mauterhöhung gleich wieder zurück“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Mautanhebung werde die Transporteure bei weitem nicht so stark treffen wie die gestiegenen Dieselpreise. Bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 20. August wollen die Länderverkehrsminister nach Müllers Worten ihren „ablehnenden Standpunkt nachdrücklich klarmachen“. Dem Zeitungsbericht zufolge haben neben Bayern bereits Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen, Sachsen und das Saarland eine Ablehnung der Mauterhöhung signalisiert. Laut Tiefensee sollen die Mautsätze durchschnittlich von 13,5 auf 16,3 Cent pro Kilometer steigen und langfristig eine Erhöhung der Mauteinnahmen um 800 bis 850 Millionen Euro bringen. (dpa/sv)

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