La Poste und schwedische Posten AB setzen auf Osteuropa

19.07.2002 17:31 Uhr

DPD-Netz expandiert nach Polen und in die Baltischen Staaten

Der französische Postanbieter La Poste und sein schwedischer Partner Posten AB haben am 17. Juli in Paris eine Stärkung ihrer strategischen Allianz im Bereich des polnischen und baltischen Kep-Service vereinbart. Dies gaben beide Seiten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. La Poste wird sich danach in Polen zu 50 Prozent am Kapital der von den Schweden kontrollierten Kep-Firma Masterlink beteiligen. Wie die beiden Vorsitzenden der Postgruppen Martin Vial (La Poste) und Lennart Grabe (Posten AB) erklärten, sollen die zukünftigen strategischen Entscheidungen bei Masterlink gemeinsam getragen werden. Das polnische Unternehmen wird zudem für die Dauer von 15 Jahren in das von La Poste dominierte Kep-Netz DPD integriert und erhält so auch Zugang zu den westeuropäischen Märkten. Die Umwandlung von Masterlink in ein franko-schwedisches Joint-venture geschehe im Vorgriff auf den für 2004 geplanten EU-Beitritt des Landes, hieß es. Für das polnische Kep-Unternehmen sei damit ein kontinuierliches Umsatzwachstum von über 75 Prozent pro Jahr garantiert. Auch in den baltischen Ländern wird DPD nunmehr Einzug halten. Die estländischen, littauischen und lettischen Töchter von Posten AB können für die Dauer von fünf Jahren als Franchisenehmer des ehemals deutschen Netzes agieren. Für die skandinavischen Posten-Filialen ist dieser Schritt schon vollzogen worden. Hierdurch hat sich das Kep-Aufkommen aus den nordischen Ländern innerhalb des DPD-Netzes um 50 Millionen Pakete pro Jahr erhöht. Lennart Grabe erklärte, Ziel der schwedischen Post sei die Schaffung eines Komplettangebots an europäischen Serviceleistungen auf den Hauptmärkten der Gruppe, also Schweden selbst sowie den ihm vorgelagerten baltischen Staaten und Polen. Im Gegenzug verstärke damit auch die französische Post ihre Präsenz auf den nordischen Märkten. Groupe La Poste kam im letzten Jahr auf einen Umsatz von 17,03 Milliarden Euro (+ 6,6 Prozent), der Auslandsanteil lag bei 12 Prozent. Die Gruppe ist zur Zeit zweitgrößter Postanbieter hinter der Deutschen Post AG. Die schwedische Posten AB verzeichnete 2001 einen Umsatz von rund 22 Millionen Schwedenkronen. Masterlink SP.z.o.o. hielt im vergangenen Jahr nach Schätzungen 10 Prozent vom polnischen Kep-Markt, der Umsatz lag bei 10,8 Millionen Euro und übertraf damit den des Vorjahres um 63 Prozent. Zu den Hauptkunden des Unternehmens gehören American Express, Canal + , Citibank, Polish Telecom, Ernst & Young, PricewaterhouseCoopers und Arthur Andersen. (vr/jb)

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