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Kostenexplosionen im Deutschen Transportlogistikgewerbe

Kostenexplosionen dominierten das Deutsche Transportlogistikgewerbe im 3. Quartal 2022
© Foto: iStock /Altayb

Im dritten Quartal 2022 war die wirtschaftliche Lage erneut geprägt von diversen Kostenexplosionen, wie die Konjunkturanalyse des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) herausfand.


Datum:
09.01.2023
Autor:
Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
3 min
1 Kommentare

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Kostenexplosionen - sie dominierten laut der Konjunkturanalyse des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) das Deutsche Transportlogistikgewerbe im dritten Quartal 2022. Dazu befragte der Verband 398 Unternehmen, worauf 220 antworteten.

Den Ergebnissen nach konnten die hohen Kosten nur zum Teil in den Frachtpreisen weitergegeben werden, auch wenn das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Frachtpreise im 3. Quartal 2022 um 14,9 Prozent (%) zum Vorjahresquartal meldete. So fiel auch der Geschäftslage-Saldo (= Durchschnitt aus Umsatz- und Betriebsergebnis-Saldo) gegenüber dem Vorquartal von +9,5 auf -0,5 Prozentpunkte. Die Erwartungen für das dem Berichtsquartal folgende Halbjahr sind teils erheblich negativer als im Vorquartal wie auch im Vorjahresquartal.

Kostenentwicklung im Extrembereich

Der Saldo der Gesamtkostenentwicklung sank im 3. Quartal 2022 minimal von +91,5 Prozentpunkten (Pp) im Vorquartal auf jetzt +86 Pp. Dabei sank der Anteil der Betriebe mit gestiegenen Gesamtkosten von 92 % im 2. Quartal 2022 auf jetzt 88 %; der Anteil der Betriebe mit gefallenen Gesamtkosten erhöhte sich von 0,5 % auf 2 %. Höhere Personalkosten verzeichneten 69,5 % (im Vorquartal 68,5 %), 79,5 % (im Vorquartal 82 %) gestiegene Fahrzeugkosten und 73 % (im Vorquartal 85,5 %) erhöhte Treibstoffkosten.

Für das dem Berichtsquartal folgende Halbjahr erwarteten jetzt 81 Prozent der Betriebe steigende Gesamtkosten aufgrund von höheren Personal-, Fahrzeug- und Treibstoffkosten.

 

© Foto: iStock/ deepblue4you

Betriebsergebnisse drittschlechtesten Wert seit acht Jahren

Der Betriebsergebnis-Saldo stieg im 3. Quartal 2022 zwar von -15,5 Prozentpunkten (Pp) auf -10,5 Pp, dennoch war dies der drittschlechteste Wert für ein 3. Quartal seit acht Jahren. Wie im Vorquartal bewerteten auch im Berichtsquartal 13 % der befragten Unternehmen ihr Betriebsergebnis als gut. Im gleichen Vorjahresquartal lag dieser Saldo bei -14 Prozent.

© Foto: iStock/ MicroStockHub

Umsatz-Saldo brach massiv ein

Der Umsatz-Saldo stürzte im dritten Quartal 2022 trotz der vielen Kostenexplosionen und deren teilweise Weitergabe von +34,5 Prozentpunkten (Pp) auf jetzt +9,5.

© Foto: iStock/ Zerbor

Fahrpersonalbestand: Saldo weniger negativ

Der Fahrpersonalbestands-Saldo stieg gegenüber dem Vorquartal auf -5,5 Pp. Knapp 10 Prozent befragten Betriebe erhöhten ihren Fahrpersonalbestand gegenüber dem Vorquartal. Für das dem Berichtsquartal folgende Halbjahr stieg der Prognose-Saldo zur Fahrpersonalbestandsentwicklung im 1. Quartal 2022 gegenüber der Prognose vom 2. Quartal 2022 von -6 Pp auf nunmehr -2,5 %. Nach im Vorquartal 8 % erwarteten jetzt 10,5 % der Unternehmen einen erhöhten Fahrpersonalbestand. Von einem niedrigeren Fahrpersonalbestand gingen dagegen 13 % aus - nach 14 % im Vorquartal. Der Referenzwert im Vorjahr für diesen Prognose-Saldo betrug noch -9 Pp.

© Foto: iStock/ Drazen Zigic

Fuhrparkkapazität tiefer im Minus

Der Fuhrparkkapazitäts-Saldo sank zum fünften Mal in Folge, und zwar von -5 Prozentpunkten (Pp) im Vorquartal auf jetzt -8,5 Pp. Dies war der zweitschlechteste Wert seit 13 Jahren. 5 4,5 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Fuhrparkkapazität gegenüber dem Vorquartal erhöht zu haben.

Der Saldo der Fuhrparkkapazitäts-Prognose für das dem Berichtsquartal folgende Halbjahr stieg von -10,5 Pp im Vorquartal auf -6 Pp. 7 % (im Vorquartal 4,5 %) aller Unternehmen planten die Erhöhung ihrer Fuhrparkkapazität, während 13 % (im Vorquartal 15 %) eine Reduzierung vorsahen. Vor Jahresfrist lag dieser Wert bei-7 Pp.

© Foto: iStock/ deepblue4you

BGL-Konjunkturanalyse 3/2022

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KOMMENTARE


karl-josef schuhmann

11.01.2023 - 12:18 Uhr

Nicht jammern, handeln! Warum will niemand eine kostensenkende und CO2-sparende Technik herstellen und verkaufen? Weil durchunnötige Transporte auch die Gesellschaft gemolken werden kann.


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