München. Der Bremsen-Spezialist Knorr-Bremse stellt sich wegen des abflauenden LKW-Booms auf Auftragsrückgänge im Lastwagen-Geschäft ein und legt ein Sparprogramm auf. Geplante Investitionen wie der Bau eines neuen Werkes in Brasilien sowie die Erweiterung der Standorte im niederbayerischen Aldersbach und Budapest würden verschoben, teilte Knorr-Bremse am Donnerstag mit. Außerdem sollten die Beschäftigten Überstunden ihrer Arbeitszeitkonten abbauen, Leiharbeitsverhältnisse und temporäre Arbeitsverträge würden nicht verlängert. Die Zahl der von den Maßnahmen betroffenen Beschäftigten lasse sich derzeit noch nicht nennen, sagte ein Unternehmenssprecher. Einschnitte bei der Stammbelegschaft seien derweil nicht absehbar. "Wir versuchen auch, das zu vermeiden", erklärte der Sprecher. Im Bereich Nutzfahrzeuge Europa werde in diesem Jahr ein Minus im Auftragseingang von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, hieß es. Auch die Entwicklung des nordamerikanischen Marktes liege unter den Erwartungen. Nach dem Rückgang im Erstausrüster-Markt in den USA wegen der Einführung strengerer Abgasnormen 2007 sei im laufenden Jahr keine Erholung eingetreten. Für das kommende Jahr rechne man mit einem schwierigen Marktumfeld im LKW-Geschäft. Der Konzern hatte zuletzt weltweit 15.050 Beschäftigte, davon knapp 3600 in Deutschland. Im Nutzfahrzeug-Bereich zählt das Unternehmen nach Angaben des Sprechers 344 befristete Arbeitsverhältnisse und 615 Leiharbeiter. Im Rekordjahr 2007 kam Knorr-Bremse bei einem Umsatz von 3,25 Milliarden Euro auf einen Überschuss von 197,8 Millionen Euro. Für das laufende Jahr hatte Knorr-Bremse angekündigt, das Wachstumstempo mindestens halten und das Ergebnis überproportional steigern zu wollen. Diese Prognosen stünden weiterhin, sagte der Sprecher. "Da haben wir nichts zurückgenommen." (dpa)
Knorr-Bremse sieht Auftragsminus im LKW-Geschäft
Sparprogramm auferlegt - geplante Investitionen verschoben