Kein Ende des Container-Booms in Sicht

15.03.2006 17:15 Uhr

Hauptwachstumsregionen sind China, Indien, Russland und Baltikum

Die etablierten Häfen Hamburg und Bremen müssen sich nach Ansicht von Experten wegen des geplanten neuen Jade-Weser-Ports Wilhelmshaven angesichts des Container-Booms keine Sorgen um ihre Zukunft machen. „Wir haben mit unseren Voraussagen zur Entwicklung des Container-Verkehrs in der Vergangenheit zu tief gestapelt. Die Realität hat uns positiv Überholt“, sagte der Projektleiter beim Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Bremen, Burkhard Lemper. „Wir sind noch Anfang des Jahrzehnts von einem durchschnittlichen Jahresplus von rund fünf Prozent ausgegangen. Wir müssen auf acht Prozent korrigieren“. „Daher wird es nicht dazu kommen, dass sich Bremerhaven, Hamburg und der künftige Jade-Weser-Port Wilhelmshaven in einem Verdrängungswettbewerb die Containerschiffe abjagen“, versicherte Lemper einen Tag nach der Entscheidung der Länder Niedersachsen und Bremen, den Hafenbetrieb an der Jade von 2010 an in die Hände des Hafenlogistikers Eurogate zu legen. „Ein Ende des Booms im Containerverkehr ist mit Blick auf die Haupt-Wachstumsregionen China, Indien, Russland und Baltikum nicht absehbar. Da geht es für die deutschen Seehäfen nicht um Verdrängungskonkurrenz sondern um wachsende Anteile an einem wachsenden Markt“. Bei stabilen Wachstums-Prognosen für den Containerverkehr sei Wilhelmshaven für Bremerhaven wie auch für Hamburg eher ein willkommenes Überdruck-Ventil. Denn die Häfen an Elbe und Weser stoßen spätestens 2015 unvermeidlich an Kapazitätsgrenzen. Der Jade-Weser-Port sorge dann dafür, dass die Nachbarn nicht am Rand des Machbaren operieren müssen. Hamburg hat 2005 rund acht Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Für 2015 rechnet der Elbehafen mit gut 18 Millionen TEU. „Bei einer stetig steigenden Nachfrage landen wir in zehn Jahren bei rund 25 Millionen TEU für Elbe und Weser zusammen“, rechnete der Bremer Experte vor. „Da passen die rund 3 Millionen TEU von Wilhelmshaven bestens hinein“. Doch ein Paradies ohne Wettbewerbsdruck werde es dennoch nicht geben. „Auch künftig wird es niemandem gelingen, die Güter- und Hafenverkehre vom grünen Tisch aus zu steuern. Am Ende entscheidet immer der Markt“. (dpa)

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