Brüssel. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas wird nicht für einen Sitz im Europaparlament kandidieren, sondern seiner Tochter den Vortritt lassen. Kallas schreibt auf der Kommunikationsplattform Twitter: „Weil meine Tochter Kaja Kallas sich dazu entschieden hat, für das Europaparlament zu kandidieren, werde ich sie unterstützen und nicht selbst antreten.“ Bislang hatte Kallas eine Kandidatur offen gelassen.
Damit bleibt die politische Zukunft des 65-Jährigen weiter offen. Kallas steht nach eigenen Angaben nicht noch einmal für den Posten des EU-Verkehrskommissars zur Verfügung. Möglicherweise könnte er ein anderes Ressort in der neu zu bildenden Kommission übernehmen. Allerdings werden ihm auch Ambitionen in seiner Heimat Estland nachgesagt. Dort könnte er Nachfolger von Staatspräsident Hendrik Ilves werden, der noch bis 2016 dieses Amt bekleidet.
Kallas gehört der EU-Kommission seit 2004 an und ist seit 2010 zuständig für Verkehr. In seiner Heimat Estland war er davor unter anderem Chef der estischen Zentralbank und von 2002 bis 2003 Ministerpräsident. (kw)