Hamburg. Der Hamburger Jungheinrich-Konzern steuert in eine schwere Absatzkrise. Der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik habe sich jedoch frühzeitig auf die Lage eingestellt und wolle auch im laufenden Jahr die Gewinnzone erreichen, sagte Vorstandschef Hans-Georg Frey am Mittwoch in Hamburg. „Dank all unserer Anstrengungen werden wir auch dieses schwierige Jahr meistern“, sagte Frey. Zu den Maßnahmen zählten Kurzarbeit für rund 2000 Beschäftigte und der Abbau von 240 Arbeitsplätzen für Leiharbeitnehmer. Auch über betriebsbedingte Kündigungen müsse der Vorstand nachdenken. Dazu gebe es aber noch keine Entscheidungen. Die Führungskräfte verzichten auf eine Gehaltserhöhung. Jungheinrich beschäftigt mehr als 10.000 Arbeitnehmer. Die Auftragseingänge des Konzerns gingen in den ersten beiden Monaten um 31 Prozent zurück, die Umsätze um 19 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Weltmarkt werde 2009 um 30 Prozent auf rund 625.000 Stück schrumpfen, nach einer Produktion von 950.000 Einheiten im Rekordjahr 2007. „Die Überkapazitäten verursachen natürlich Preisdruck“, sagte Frey. Es sei auch denkbar, dass durch die Krise eine Konsolidierung des Marktes eingeleitet werde und kleinere Wettbewerber ausscheiden oder übernommen werden. Jungheinrich, die Nummer drei in der Welt, sei jedoch solide finanziert, werde weiter investieren und forschen und habe überzeugende Produkte sowie die richtige Fabrikstruktur. „Wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen“, sagte Frey. Bei allen Unwägbarkeiten erwartet der Vorstand für das laufende Jahr einen Auftragseingang und einen Umsatz in der Größenordnung von rund 1,7 Milliarden Euro, nach einem Rekordumsatz von 2,15 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Konzern profitiert davon, dass er nicht lediglich Maschinen herstellt und verkauft, sondern als Dienstleister auch wartet, vermietet, verleast und die Gebrauchtgeräte aufarbeitet sowie Finanzierungen anbietet. So wirft ein einmal produzierter Gabelstapler immer wieder Erträge für Jungheinrich ab. Die Bereiche außerhalb des Neugeschäfts steuern mehr als 43 Prozent zum Gesamtumsatz bei und sind weniger konjunkturanfällig. (dpa)
Jungheinrich in der Absatzkrise
Hamburger Gabelstaplerhersteller denkt über betriebsbedingte Kündigungen nach