ROM. Die Regierung Berlusconi hat gegen den Rat von Verkehrsexperten die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen von 130 auf 150 Stundenkilometer erhöht. Diese Regelung wird ab 2003 in Kraft treten. Ausgenommen von der Tempoerhöhung sind Autobahnabschnitte mit zwei Spuren. Auf heftige Kritik stößt die Entscheidung beim italienischen Umweltschutz-Dachverband Legambiente. „Nach Entscheidung von Verkehrsminister Lunardi wird die Straße künftig für Speedy Gonzales freigegeben, ohne sich jedoch um die Sicherheit zu kümmern,“ kritisiert Francesco Ferrante. Der Direktor von Legambiente. Er macht auf das von 1988 bis 1989 gültige Dekret Ferri aufmerksam: Damals ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 110 Stundenkilometer heruntergesetzt worden. Damit hätte man laut Statistik in sieben Monaten 748 Menschenleben gerettet, erinnerte Ferrante. Laut Expertenberechnungen senkt eine Temporeduktion von 20 Stundenkilometer die Zahl der tödlichen Unfälle um 20 Prozent. Legambiente fordert das Verkehrsministerium nachdrücklich auf, für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. (vr/im)
Italien: Tempoerhöhung auf Autobahnen
Umweltschutzverband kritisiert höhere Unfallgefahr