Im Zeichen der Krise: 200.000 Insolvenzen in Europa

12.02.2002 07:00 Uhr

Im Jahr 2001 ist die Zahl der Insolvenzen in Westeuropa weiter gestiegen. Nachdem sich die Insolvenzsituation zum Ende der neunziger Jahre leicht entspannt hatte, ist nun im zweiten Jahr in Folge eine Zunahme bei den Pleiten zu verzeichnen.

Insgesamt wurden 199.500 Fälle gezählt – gegenüber dem Jahr 2000 eine Steigerung um 5,9 Prozent, so der Informationsdienst Creditreform. Der Zuwachs bei den Gesamtinsolvenzen sei in fast allen Ländern des europäischen Wirtschaftsraums zu registrieren. Den höchsten Anstieg müssen die Niederlande mit einer Steigerungsrate von knapp 50 Prozent hinnehmen. Aber auch in anderen Ländern legte die Zahl der Pleiten kräftig zu: Dänemark (plus 34,2 Prozent), Irland (plus 33,1 Prozent), Luxemburg (plus 26,0 Prozent), Deutschland (plus 18,7 Prozent), Schweden (plus 9,7 Prozent), Portugal (plus 6,9 Prozent), Griechenland (plus 6,9 Prozent), Belgien (plus 2,9 Prozent), Großbritannien (plus 2,0 Prozent), Italien (plus 1,3 Prozent) und Norwegen (plus 0,5 Prozent). Nur fünf Länder weisen im Vergleich zum Jahr 2000 weniger Insolvenzen auf: Spanien (minus 7,0 Prozent), Finnland (minus 3,7 Prozent), Frankreich (minus 3,3 Prozent), Schweiz (minus 1,9 Prozent) und Österreich (minus 1,4 Prozent). Den größten Anteil am Insolvenzgeschehen hat mit 37,8 Prozent der Dienstleistungssektor. Das Baugewerbe schlägt mit 20,4 Prozent zu buche. Der Anteil des Handels an den Insolvenzen liegt bei 28 Prozent, der des verarbeitenden Gewerbes bei 13,8 Prozent. Durch den Anstieg bei den Insolvenzzahlen haben wieder mehr Menschen in Europa ihren Arbeitsplatz verloren. Während im Jahr 2000 insgesamt 1,1 Millionen Menschen im Zuge einer Insolvenz arbeitslos wurden, waren es im abgelaufenen Jahr 1,4 Millionen Arbeitnehmer, die durch den Zusammenbruch ihres Unternehmens den Job verloren haben.

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