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Ifo-Geschäftsklimaindex bricht wegen Ukraine Krieg ein

Der Ukraine-Krieg hat starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Konjunkturerwartungen. Das zeigt der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex
© Foto: peshkov/stockadobe.com

Aus vielen Branchen häufen sich Berichte über Belastungen durch steigende Öl- und Gaspreise und gestörte Lieferketten. Das Ifo-Institut hat 9000 Unternehmen befragt, wie die Lage ist und was sie erwarten.


Datum:
25.03.2022
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit: 
3 min
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München. Russlands Krieg in der Ukraine hat die deutsche Wirtschaft stark getroffen. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel von Februar auf März um 7,7 Punkte auf 90,8 Zähler, wie das Ifo-Institut mitteilt. Experten hatten zwar mit einer Eintrübung gerechnet, allerdings mit einer schwächeren.

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist eingebrochen“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen rechneten mit harten Zeiten. Besonders stark trübten sich die Erwartungen ein.

Die aktuelle Lage verschlechterte sich dagegen moderater. Das Geschäftsklima trübte sich in allen betrachteten Bereichen ein. Im verarbeitenden Gewerbe sei es so stark gefallen wie nie, erklärte das Ifo-Institut.

Das Institut hat während des seit vier Wochen tobenden Krieges rund 9000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Baugewerbe und Dienstleistungssektor nach ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen für das kommende halbe Jahr befragt.

Geschäftsklimaindex im Februar noch unter anderen Vorzeichen

Im Februar setzte die deutsche Wirtschaft noch auf ein Ende der Corona-Krise: Der Geschäftsklimaindex, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, legte auf 98,9 Punkte zu. Aber durch den Krieg sind die Öl- und Gaspreise auf Rekordhöhen gestiegen. Das trifft Verbraucher, Spediteure und energieintensive Industrien. „Wir rechnen mit einem der stärksten Einbrüche der Geschäftserwartungen und des Geschäftsklima“, schrieben die Experten der Dekabank.

DIHK-Umfrage: Spürbare Effekte

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hatte nach einer Blitzumfrage unter 3700 Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt: „Über alle Branchen hinweg nennen neun von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbaren Effekt im eigenen Betrieb.“ Das treffe die gesamte Wirtschaft „mit voller Wucht“.

Störungen in der Lieferkette

Drei Viertel der Industriebetriebe beklagten demnach Störungen in der Lieferkette und Logistik, 90 Prozent fehlende Rohstoffe und Vorleistungen. In der Autoindustrie fehlen Kabelbäume aus der Ukraine, in ihren deutschen Werken stehen Bänder, Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Der Verband der Chemischen Industrie teilte mit, 54 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen rechneten jetzt mit einem Produktions- und Umsatzrückgang in diesem Jahr.

„Die Baubranche schließt Baustopps für eine Vielzahl von Projekten nicht mehr aus“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands HDB, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können heute nicht sicher sagen, ob genügend Material für alle Baustellen in Deutschland vorhanden sein wird.“ Bitumen ist nur ein Beispiel.

Weiterer Anstieg der Preise erwartet

Die Verbraucherpreise waren schon im Februar um 5,1 Prozent gestiegen. Wirtschaftsforscher und Verbände erwarten einen weiteren Anstieg. Damit schrumpft die Kaufkraft der Konsumenten. Das spüre auch der Einzelhandel, schrieben die Ifo-Konjunkturforscher in ihrer jüngst vorgelegten Prognose.

Konjunkturerwartungen stark eingebrochen

Unter deutschen Finanzexperten sind die Konjunkturerwartungen inzwischen so stark eingebrochen wie nie: Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel im März gegenüber dem Vormonat um 93,6 Punkte auf minus 39,3 Punkte. (mwi/dpa)

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