Der Lufttransportverband IATA verzichtet nach Einwänden der Brüsseler EU-Wettbewerbshüter vom kommenden Jahr an darauf, gemeinsame Luftfrachttarife im europäischen Wirtschaftsraum festzulegen. Künftig werden die Tarife von jedem Transporteur einzeln fixiert, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Mehr Konkurrenz in dieser Sparte nutze der europäischen Exportwirtschaft. Die IATA hatte laut Brüsseler Angaben argumentiert, mit dem System der Tarifkonferenzen werde das so genannte Interlining erleichtert. Dabei wird die Fracht auf der ganzen Strecke oder einem Teil davon von einer Fluggesellschaft transportiert, die nicht das Ticket ausgestellt hat. Die Kartellausnahme für Flugpreise läuft erst am 30. Juni 2002 aus. "Wir sehen uns das genau an", sagte ein EU-Mitarbeiter. Bisher werden zahlreiche Flugpreise abgestimmt. Es geht dabei um Reisen, bei denen mehrere Fluggesellschaften genutzt werden. Dieses Verfahren ermöglicht bisher das so genannte Durchchecken von Gepäck zum Zielflughafen. Falls die Kartellausnahme für Fluggasttarife fallen sollte, müssten möglicherweise Absprachen für einzelne Flugverbindungen bei der Kommission angemeldet werden. (vr/dpa)
IATA verzichtet auf gemeinsame Luftfrachttarife
EU-Kommission: Tarife sollen von jedem Transporteur einzeln festgelegt werden