Iata: Krise wirft Luftfahrtbranche um Jahre zurück

27.01.2010 14:31 Uhr
Luftfracht
Im Frachtgeschäft ging die Nachfrage im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent zurück
© Foto: UPS

Fluggesellschaften spüren leichten Aufwärtstrend: Kapazitäten im internationalen Frachtverkehr konnten sich zum Jahresende leicht erholen

Genf. Die Luftfahrtbranche hat das vergangene Jahr mit dem größten Nachfragerückgang seit Ende des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen. Das ist das Ergebnis der Verkehrszahlen für den Monat Dezember sowie das Gesamtjahr 2009, welche die International Air Transport Association (Iata) heute bekanntgegeben hat. Im Frachtgeschäft ging die Nachfrage im Gesamtjahr 2009 um 10,1 Prozent zurück. Die durchschnittliche Auslastung betrug 49,1 Prozent. Die Passagiernachfrage sank um 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 75,6 Prozent. „Wir haben langfristig zweieinhalb Jahre Wachstum im Passagier- und dreieinhalb Jahre Wachstum im Frachtgeschäft verloren”, sagte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der Iata. Die Kapazitäten im internationalen Frachtverkehr konnten sich zum Jahresende leicht erholen und waren im Dezember 2009 um 0,6 Prozent größer als im Vorjahresmonat. Zudem war im Dezember 2009 verglichen mit November 2009 ein Rückgang von 0,2 Prozent zu verzeichnen. Angebot und Nachfrage haben in den vergangenen Monaten die Erträge zwar leicht verbessert, sie liegen aber noch immer fünf bis zehn Prozent unter dem Niveau von 2008. „Die Erlöse werden deutlich langsamer anziehen als die Nachfrage, bei der wir bereits eine Besserung spüren. Bei der Profitabilität wird eine Besserung noch länger auf sich warten lassen. Im Jahr 2010 werden Fluggesellschaften voraussichtlich 5,6 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro, d. Red.) verlieren“, analysierte Bisignani. „Die Branche startet mit enormen Herausforderungen ins Jahr 2010“ sagte so die Iata-Chef. Das Schlimmste sei überstanden, aber es bestehe noch kein Grund zu feiern. „Zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre verlorenes Wachstum bedeutet für die Airlines, neuerlich mit einem schwachen Jahr zu rechnen und sich darauf zu konzentrieren, die Kapazitäten sorgsam an die Nachfrage anzupassen und die Kosten im Griff halten“, so Bisignani weiter. (sb)

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