Frankfurt/Main. Die hessischen Transportwirtschaft hat entsetzt auf die Ausdehnung der Straßensperrungen für Lastwagen in Nordhessen reagiert und prüft rechtliche Schritte. „Das ist ein Schlag für die Wirtschaft“, sagte heute der Vorsitzende des Fachverbandes Güterkraftverkehr und Logistik Hessen, Claus-O. Herzig, in einem dpa-Gespräch. „Wenn auch nur der Hauch einer Chance besteht, werden wir den Gerichtsweg beschreiten.“ Die Politik der CDU-Landesregierung sei widersprüchlich, wenn Ministerpräsident Roland Koch für den Logistikstandort werbe und den Bürgern ein staufreies Hessen verspreche, gleichzeitig aber den Unternehmen derart schade. „Staufrei wird man nicht, indem man Straßen sperrt“, sagte Herzig. Die Unternehmen werde die Sperrung von 400 Kilometern Bundesstraße mehrere Millionen Euro im Jahr kosten. Dem Verband gehören in Hessen rund 1100 Unternehmen an, die über 14.500 Nutzfahrzeugen verfügen und 19.000 Menschen beschäftigen. Als Alternative zur Sperrung von Bundesstraßen schlägt der Verband vor, die Autobahnmaut auf denjenigen Strecken nicht zu erheben, die durch parallel laufende Bundesstraßen leicht gemieden werden können. „Dann bräuchte man keine Straßensperrung“, sagte Herzig. Die Landesregierung habe vor ihrer Entscheidung keinen Kontakt zu dem Verband gesucht. „Es gab nicht mal ein Angebot, zu diskutieren. Das ist kein guter Stil“, kritisierte Herzig. (dpa/tz)
Hessen: Transportwirtschaft über Straßensperrung entsetzt
In Nordhessen sollen 400 Kilometer Bundesstraßen für LKW gesperrt werden – Unternehmen rechnen mit Mehrkosten von mehreren Millionen Euro