Herbe Verluste für Thiel

27.08.2003 10:11 Uhr

Dank rigider Restrukturierung will Unternehmen im vierten Quartal positives Ergebnis erzielen

Grevenmacher. Logistikdienstleister Thiel Logistik in Grevenmacher machte im 1. Halbjahr 2003 einen Verlust von 13,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: + 23,3 Millionen Euro). Das gab Klaus Eierhoff, CEO des Unternehmens, heute vor Journalisten bekannt. Im vierten Quartal strebt Thiel indes schwarze Zahlen an. Damit einhergehen wird eine kräftige Portfoliobereinigung. Das Unternehmen fokussiert sich künftig auf wenige Kernbranchen Media, Fashion & Lifestyle, Furniture und Automotive. Die Branchen Health Care und Systemgastronomie definiert Eierhoff indes nur noch als "Potenzialbranchen". Bei den regionalen Dienstleistungen will sich das Unternehmen auf Zentraleuropa fokussieren. Als Kernbranchen werden die Bereiche definiert, in denen Thiel heute schon eine führende Marktposition einnimmt oder kurz- bis mittelfristig erlangen könnte. Als Zielgrößen nennt Klaus Eierhoff "einen Mindestumsatz von 200 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 4 bis 5 Prozent". Für die regionalen Logistikdienstleistungen peilt er eine EBIT-Marge von rund 3 Prozent an. Potenzialbranchen sollen sich hingegen mittelfristig zu Kernbranchen entwickeln". Die Zahlen im einzelnen: Der Konzernumsatz lag im zweiten Quartal 2003 bei 441,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 347,5 Millionen Euro); im 1. Halbjahr 2003 machte das Unternehmen einen Umsatz von 852,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 698,9 Millionen Euro). Die Zuwächse gehen im Wesentlichen auf die Microlog-Gruppe und die Overbruck-Gruppe zurück. Beide Gesellschaften waren im Vorjahr noch nicht im Konsolidierungskreis vertreten. Bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis fiel der Umsatz um 4,5 Prozent im Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Sonderposten (Restrukturierung und außerplanmäßige Abschreibungen) lag in zweiten Quartal 2003 bei -7,9 Millionen Euro, im 1. Halbjahr von bei -13,7 Millionen Euro. Die Sonderbelastungen machen insgesamt 61,7 Millionen Euro im 1. Halbjahr aus, davon lagen die Restrukturierungskosten bei 18 Millionen Euro und die außerplanmäßigen Firmenwert-Abschreibungen bei 39,0 Millionen Euro sowie die außerplanmäßigen Abschreibungenn auf das Anlagevermögen bei 4,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis lag im zweiten Quartal bei -67,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: + 5,7 Millionen Euro), im 1. Halbjahr lag das operative Ergebnis damit bei -75,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: + 23,3 Millionen Euro). Mit 9,1 Millionen Euro konnte lediglich der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden (Vorjahreszeitraum: 9,0 Millionen Euro). (vr/eh)

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