Hamburger Hafen will kleine Containerschiffe besser bedienen

07.01.2010 17:03 Uhr
Containerbrücke, Container Terminal Altenwerder, Hafen Hamburg, Hamburger Hafen und Logistik AG, HHLA
Kleinere Containerschiffe sollen künftig schneller durch den Hafen Hamburg gelenkt werden
© Foto: ddp/Roland Magunia

Umschlagbetriebe gründen gemeinsames Unternehmen / Ziel: kleinere Containerschiffe besser bedienen und schneller durch den Hafen lenken

Hamburg. Der Hamburger Hafen stemmt sich gegen sinkende Umschlagzahlen und härteren Wettbewerb. Die Umschlagbetriebe haben ein gemeinsames Unternehmen gegründet, um kleinere Containerschiffe besser bedienen und schneller durch den Hafen lenken zu können. Damit können die Reeder der sogenannten Feederschiffe erhebliche Kosten sparen und Hamburg verbessert seine Position unter den großen nordeuropäischen Häfen, teilten Vertreter der Hafenbetriebe HHLA und Eurogate am Donnerstag in Hamburg mit. Mit Feederschiffen werden die Container aus Asien oder Amerika im Ostseeraum weiterverteilt. Ein typisches Feederschiff transportiert ungefähr 1000 Container (TEU) und verkehrt zum Beispiel zwischen Hamburg und Oslo oder St. Petersburg. Ein Überseeschiff, das in Hamburg entladen wird, versorgt mehr als 40 Feederschiffe mit Ladung; pro Woche zählt der Hafen bis zu 160 Abfahrten. Diese Transporte haben einen hohen Anteil am Hamburger Hafenumschlag, der wegen statistischer Probleme schwer zu beziffern ist. „Hamburg ist der führende Feeder-Hub in Nordeuropa für den Ostseeraum“, sagte HHLA- Vorstand Stefan Behn. Doch das Geschäft ist im vergangenen Jahr eingebrochen; Zahlen liegen noch nicht vor. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen: Zum einen kommt weniger Nachfrage aus den Ostseeländern, weil zum Beispiel Russland oder die baltischen Länder stärker noch als Westeuropa unter der Wirtschaftskrise leiden und weniger Waren kaufen. Zum anderen sind die Charterraten für Feederschiffe stark gesunken, ebenso wie die Treibstoffkosten. „Dadurch verlängert sich die ökonomische Reichweite der Feederschiffe“, sagte Behn. Es wird wirtschaftlich interessant, die Schiffe zum Beispiel von einem anderen Hafen rund um Dänemark fahren zu lassen, was die Hamburger Position schwächt. Mit der neuen Feeder Logistik Zentrale FLZ will der Hafen nun gegensteuern. Für die Reeder sei die FLZ eine eindeutige Verbesserung, sagte der Deutschlandchef der dänischen Reederei Unifeeder, Bernd Bertram. Der Hafen müsse aber noch mehr tun, um sich im Konkurrenzkampf zu behaupten. So sei der Verzicht der Hamburger Lotsen auf eine Erhöhung ihrer Entgelte „noch kein großer Sieg“. Auch die Gebühren des Nord- Ostsee-Kanals seien nicht gesunken, obwohl der wirtschaftliche Nutzen des Kanals für die Schifffahrt zurückgegangen sei. (dpa)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.