Hamburg. Der Hamburger Hafen droht an seinem rasanten Gütermengenwachstum in wenigen Jahren zu ersticken, wenn die straßenseitige Infrastruktur nicht kurzfristig ausgebaut wird. Hamburg präsentiere sich wie "ein Hochleistungssportler, dessen Arterien immer mehr verkalken", beschrieb Hans Stapelfeldt, stellvertretender Vorsitzender des Landesverband Straßenverkehrsgewerbe Hamburg e.V. (LSH), am Mittwoch in der Hansestadt die Situation. Höchste Dringlichkeit genießt aus Sicht des Hamburger Speditions- und Transportgewerbes der Bau der so genannten "Hafenquerspange". Die am südlichen Rand des Hamburger Hafens verlaufende autobahnähnliche Straße soll die beiden wichtigen Nord-Süd-Autobahnen A 7 (Elbtunnel) und A 1 miteinander verbinden. Stapelfeldt und LSH-Geschäftsführer Dirk Naujokat wiesen darauf hin, dass dieses Projekt bereits seit mehr als 15 Jahren von der Hamburger Wirtschaft gefordert wird. Heute müsse die 1974 gebaute Köhlbrandbrücke, die den westlichen Hafenteil mit dem östlichen Bereich verbindet, den gesamten Querachsen-Verkehr verkraften, ohne dafür ausgelegt zu sein. Nach LSH-Erhebungen sind das bereits 12.000 LKW werktäglich. Aufgrund der angespannten Finanzlage der öffentlichen Haushalte schlägt der LSH vor, die künftige Querspange über eine Maut-Finanzierung zu bezahlen. Rund 500 Millionen Euro würde eine solche Querachse kosten. Die Baukosten sollten nach LSH-Vorstellungen geteilt werden: der Bund mit 250 Millionen, der Stadt-Staat Hamburg mit 125 Millionen und die Privatwirtschaft mit weiteren 125 Millionen. (eha)
Hamburger Hafen droht der Verkehrsinfarkt
Hamburger Verkehrsgewerbe fordert raschen Ausbau der Infrastruktur. Vorschlag einer mautfinanzierten "Querspange"