Hamburg. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) will eine Schneise in den Schilderwald am Straßenrand schlagen. In einem bundesweit einmaligen Versuch sollen Halte- und Parkverbotsschilder durch gelbe Linien am Boden ersetzt werden. Zunächst seien nur wenige Bereiche der Stadt zum Beispiel in der Hafencity vorgesehen. "Voraussetzung dafür ist eine Verordnung des Bundesverkehrsministeriums", sagte Ahlhaus am Dienstag. Wenn der Bundesrat dem Versuch zustimme und alles glatt laufe, könnten noch vor der Sommerpause die ersten Schilder fallen. "Wir wollen schnellstmöglich starten." Eine gestrichelte Linie markiert dann künftig ein Parkverbot, eine durchgezogene Linie ein Halteverbot. Ahlhaus will die Neuerung mit einer gezielten Informationskampagne begleiten. Ziel sei ja nicht, unwissende Autofahrer mit Strafzetteln zu belegen. Der Senator verspricht sich von dem Versuch übersichtliche Straßen, weniger Verwirrung und Ablenkung und damit mehr Sicherheit. Langfristig könnten auch Kosten gespart werden. Sollte der zunächst bis Ende 2013 angelegte Versuch, der wissenschaftlich begleitet wird, erfolgreich verlaufen, könnten sich die gelbe Linien möglicherweise bundesweit durchsetzen. "Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Vorschlag mit Farben aus Hamburg erfolgreich ist", sagte Ahlhaus und meinte damit die blauen Polizeiuniformen. Eine Übersicht über die Zahl der in Hamburg aufgestellten Verkehrsschilder gibt es nach Angaben des Senators nicht. Der ADAC habe einmal geschätzt, es seien mehr als 200.000. Wie groß das Potenzial zum Abbau ist, zeigt eine bereits ausgewählte Versuchsstrecke. Dort stehen vier Halteverbotsschilder auf einem Straßenabschnitt von 45 Metern Länge. "Wir planen keine nennenswerten Kosten für den Modellversuch", sagte Ahlhaus. (dpa)
Hamburg: Straßenmarkierungen gegen den Schilderwald
Innensenator Christoph Ahlhaus plant deutschlandweit ersten Modellversuch