Der Rotterdamer Hafen muss sich bei der Entwicklung des Seegüterumschlags mit kleineren Brötchen zufrieden geben. Mit 161,8 Millionen Tonnen wurden im ersten Halbjahr 2,3 Prozent mehr Güter über die Kaikanten bewegt, teilte der Städtische Hafenbetrieb Rotterdam (SHR) jetzt mit. Noch im ersten Halbjahr 2000 hatte der Maashafen ein Umschlagplus von 4,3 Prozent erzielen können. Das Vorjahresergebnis von rund 323,4 Millionen Tonnen werde nicht überschritten, erwartet der SHR. Rotterdam hat in den klassischen Wachstumsfeldern Ro/Ro-Umschlag, Container und sonstiges Stückgut an Terrain verloren. So wanderten bedeutende Containermengen aus dem Bereich Feeder-Verkehre - das sind vor allem innereuropäische Containerverkehre - in die Wettbewerbshäfen Hamburg, Bremerhaven und Antwerpen ab. Das Containeraufkommen im 1.Halbjahr betrug auf TEU-Basis rund 3,1 Millionen TEU und damit gut 100 000 TEU weniger als im Vorjahr. Beim Ro/Ro-Verkehr, der via Rotterdam besonders stark auf Großbritannien ausgerichtet ist, bekam der Hafen die Folgen der Maul- und Klauenseuche zu spüren. Immerhin: Fast 80 Prozent des für England bestimmten Ro/Ro-Aufkommens entfällt auf Lebensmittel. Positiver entwickelte sich das Massengutgeschäft, allen voran bei Kohlen, Erdöl und Agribulk. So profitierte Rotterdam erneut von den hohen deutschen Kohle-Importen. Das Plus hier: 33,5 Prozent auf fast 14,6 Millionen Tonnen. Die stark reduzierten Rohölbestände mussten zudem aufgefüllt werden. (vr/eha)
Hafen Rotterdam: Umschlagmenge wanderte ab
Vor allem innereuropäische Containerverkehre gingen zu Wettbewerbshäfen