Hafen Rotterdam: Höhere Standgebühren für Güterwaggons

19.01.2010 11:59 Uhr
Zug Niederlande
Keyrail gewährt einen Sonderrabatt von 40 Prozent auf alle Züge, die zusätzlich auf die Betuweroute gebracht werden
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

Niederländischer Hafen übernimmt das „Hamburger Modell“ bei der Berechnung der Standgelder für Waggons

Rotterdam. Das Abstellen von Waggons im weitläufigen Gleisnetz des Rotterdamer Hafens verteuert sich. Das teilte die Vermarktungsgesellschaft für die neue Güterbahnstrecke „Betuweroute“, das Unternehmen Keyrail, jetzt mit. Damit zieht das Unternehmen gemeinsam mit dem Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) die Konsequenzen aus einer Entwicklung der vergangenen Jahre, als immer mehr Bahnunternehmen und Schienen-Operateure dazu übergingen, die knappen Schienenkapazitäten mit leeren oder beladenen Waggons/Zügen „dicht zu parken“. Die jetzt beschlossene Erhöhung der Standgelder ist Teil eines Gesamtpaketes, das Keyrail gemeinsam mit der Schienenlogistik-Sparte des niederländischen Güterkraftverkehrs- und Logistik-Verbandes KNV Goederenvervoer vereinbarte. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Dazu gehört auch, dass Keyrail für diesen Zeitraum einen Sonderrabatt von 40 Prozent auf all jene Züge gewährt, die zusätzlich auf die Betuweroute gebracht werden. Das neue Standgeld-System in Rotterdam geht auf ein Konzept des Hamburger Hafens zurück. Auch der größte deutsche Universalhafen litt zunehmend darunter, dass das weitläufige Gleisnetz mit immer mehr Zügen und Waggons vollgestellt wurde, da die Standgeldkosten verhältnismäßig niedrig waren. Die Folgen waren unter anderem erheblicher, teurer Rangieraufwand, um die abgestellten Züge und Waggons aus den Hafenbahnhöfen und Gleissträngen wieder herauszuziehen. Zum Jahresbeginn 2008 führt die Hamburg Port Authority (HPA) ein neues Entgeltsystem für das ihr gehörende und von ihr gemanagte rund 300 Kilometer lange Hafenbahnnetz ein. Nach anfänglichem Protest wird das System inzwischen sogar seitens der Hafenwirtschaft begrüßt, weil die Abläufe des Schienenverkehrs erheblich verbessert werden konnten. Das Grundprinzip besteht darin, dass die Gleise nach unterschiedlichen Qualitätsstufen eingeteilt. Dafür fallen entsprechende Entgelte an. Mitarbeiter von Keyrail und HbR hatten sich im Laufe von 2009 intensiv durch die HPA beraten lassen und haben daraus eine Rotterdamer Lösung entwickelt. Durch das neue Anreizsystem für die Betuweroute rechnet Keyrail schon in diesem Jahr mit entsprechenden Mehrverkehren auf der rund 160 Kilometer langen Güterbahnstrecke, die seit Dezember 2009 für eine durchgängige E-Traktion von der deutschen Grenze bis hin zur Maasvlakte befahrbar ist. 2009 wurden im Wochenschnitt 200 Züge auf der Route gezählt. Für 2010 hält man bei Keyrail bis zu 350 pro Woche für machbar. (eha)

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