Hamburg. „Alles nur ein Missverständnis“. Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), hat auf dem traditionellen Schifffahrtsessen des Nautischen Vereins zu Hamburg klargemacht, dass an den Ausbauvorhaben für den Hamburger Hafen weiter festgehalten wird. Vor rund 350 Gästen aus Schifffahrt und der Seehafenverkehrswirtschaft rückte Meier Aussagen von Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) in einem Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“ gerade, die in der Hansestadt für Aufsehen gesorgt hatten. Die Handelskammer Hamburg hatte am Dienstag scharf gegen die vermeintlichen Überlegungen des Senats protestiert. Meier, der kurzfristig für den wegen einer Klausurtagung des Senats verhinderten Gedaschko einspringen musste, betonte, dass auch Schwarz-Grün langfristig von einer Quasi-Verdoppelung des Containerumschlags im Elbe-Hafen ausgeht. 18 Millionen Container (TEU) seien weiterhin die Zielgröße. Wobei vor dem Hintergrund der Weltwirtschafts- und Finanzmarktkrise niemand mit Bestimmtheit sagen könne, ob diese Zielmarke wie bislang dargelegt 2015 oder später erreicht werde. Tatsache aber sei, dass der Elbe-Hafen die Verschnaufpause für den weiteren Ausbau und die Modernisierung nutzen werde. Trotz der Dominanz der Containersparte in Hamburg setze man beim Senat weiter auf den Universalhafen-Charakter. Zu den großen Aufgaben der kommenden Monate gehört laut Meier die Fahrrinnenanpassung der Elbe. Er ließ dabei durchblicken, dass die Zeit dränge, denn die Großcontainerschiffe mit Stellplatzkapazitäten von 10.000 TEU und mehr drängten in den nächsten Monaten „trotz der gegenwärtigen Krise“ gleich dutzendweise in den Markt. Ausführlich beschrieb der HPA-Chef die umfangreichen Aufgaben der Hafenverwaltung, die sich auf die Fahnen geschrieben habe, ein Partner der Hafenwirtschaft zu sein. Zu den großen Leistungen auf der Haben-Seite der noch jungen HPA zählte er die Ertüchtigung des Hafenbahnbahnnetzes, der wichtigen Hafenstraßen und -brücken. Hier werde noch im laufenden Jahr mit dem Bau der neuen Rethe-Klappbrücke begonnen, die um das Jahr 2012 fertig und die mehr als 70 Jahre alte, störanfällige Hubbrücke an der Stelle ersetzen wird. Bei der Hafenbahn sei man bereits ein sehr gutes Stück vorangekommen. „Bis heute haben wir gut zehn Prozent des Netzes (rund 300 Kilometer, d. Red.) vollständig erneuert“, so Meier. Damit werde sichergestellt, dass der für den Hamburger Seehafen-Hinterland-Verkehr wichtige Verkehrsträger Bahn auch weiterhin seine Spitzenrolle ausüben könne. (eha)
Hafen Hamburg: Ausbau erfolgt weiter wie geplant
HPA-Chef Jens Meier stellt vor dem Nautischen Verein „ Missverständnis“ klar