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Hafen Danzig: 2010 war ein Jahr mit vielen Höhepunkten

Am 2007 in Betrieb genommenen Terminal DCT können auch Großcontainerschiffe abgefertigt werden
© Foto: Hafen Danzig/PGA

Zweitbestes Umschlagergebnis der Nachkriegszeit erzielt / Neue, 500.000 Quadratmeter große Logistikzone soll entstehen


Datum:
03.01.2011
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Danzig. Der Universalhafen Danzig will die Wertschöpfungstiefe im Stückgutsektor vergrößern. Zu diesem Zweck soll eine eigene Logistikzone entstehen, teilte die Hafenverwaltung PGA (Port of Gdansk) jetzt mit. Der Arbeitstitel steht bereits fest: Pomeranian Logistics Centre (PLC). Das Vorhaben wird im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion unter Beteiligung der örtlichen Wirtschaftsförderungs-Gesellchaft "Invest GDA" und der polnischen Tochterfirma des australischen Immobilien-Entwicklers Goodman ("Goodman Polska") realisiert. Im Kern geht es um den Bau von 500.000 Quadratmetern überdachter Lager- und Logistikfläche. Das PLC schließt sich direkt an Danzigs neuen Containerterminal DCT an. Das Service-Portfolio wurde erst im Januar 2010 durch die Inbetriebnahme eines neuen EU-Grenz-Veterinäramtes abgerundet.

Eine Millionen Tonnen mehr umgeschlagen als 2009 

Hinter dem polnischen Ostseehafen liegt aus Sicht der Hafenverwaltung ein sehr erfolgreiches Jahr. Rund 27 Millionen Tonnen wurden 2010 an Stück- und Massengütern umgeschlagen und damit gut eine Million Tonnen mehr als im Krisenjahr 2009. Das bislang beste Ergebnis der Nachkriegszeit stammt aus dem Jahr 1978 als rund 27,7 Millionen Tonnen über die Kaikanten gingen. Zu der Zeit spielte allerdings der Massengutumschlag, vor allem von Kohle und Öl, eine zentrale Rolle.

Danzig will sich als bedeutender Containerhafen in der östlichen Ostsee profilieren. Einen wichtigen Beitrag dazu liefert der Containersektor mit dem Herzstück, dem am 1. Juni 2007 im nördlichen Hafenteil in Betrieb genommenen Containerterminal DCT, der die Abfertigung von Großcontainerschiffen an seinem rund 650 Meter langen Kai (Tiefgang: 14,50 Meter) ermöglicht. Über die Anlage sollen einmal bis zu zwei Millionen Standardcontainer (TEU) jährlich umgeschlagen werden. Neben dieser Einrichtung steht ein zweiter, im sogenannten "Inner Port" gelegener Containerterminal zur Verfügung, der GCT (Gdansk Container Terminal). Er wurde Ende der 1990er-Jahre in Betrieb genommen und fertigt Feeder-Schiffe ab.

13 Containerlinien bedienen den Hafen regelmäßig

Am 4. Januar 2010 konnte an der Anlage das bis dato größte Containerschiff abgefertigt werden, die "Maersk Taikung" (8400 TEU). Danzig profitiert unter anderem davon, dass Großcontainer-Reedereien vermehrt Direktverbindungen aus Übersee auch in die Ostsee hineinführen, eine Entwicklung, die zu Lasten der bislang üblichen Feeder-Verkehre geht. Einer aktuellen Umfrage der Bank Unicredit AG unter Reedern hat ergeben, dass der Trend zu den Direkt-Container-Diensten zum Beispiel zwischen Fernost und Europa durchaus nachhaltig wirken werde. Aktuell wird der Hafen von 13 Containerlinien regelmäßig bedient, neben Übersee-Diensten auch durch zahlreiche Feeder-Services.

Um sich als zentraler polnischer Universalhafen zu profilieren, gehört auch der inzwischen erfolgte Neubau einer Umschlag- und Verarbeitungsstätte für Düngemittel und Phosphat. Das Unternehmen "Fosfory" erhielt dazu unter anderem drei Silobehälter, von denen es zwei auf ein Fassungsvermögen von 8000 Kubikmeter bringen. Die in Finnland bei der Firma Okmarit Ltd. gefertigten tankähnlichen Konstruktionen wurden auf dem dem Seeweg von Helsinki nach Danzig mittels Schleppzug transportiert.

Neuer Terminal soll Massengutbereich stärken

Der Massengutbereich soll auch durch den neuen "Gdansk Bulk Terminal" (GBT) gestärkt werden. Seine Fertigstellung ist für den Herbst diesen Jahres geplant. Hinter der Investition stehen der polnische Ableger des französischen Malteuropa-Konzerns (23 Produktionsanlagen in zwölf europäischen Staaten, d.Red.) sowie eine Gruppe dänischer Kaufleute. Der neue Terminal, der am Bytomskie Quay entsteht, ist für eine Umschlagkapazität von 35.000 Tonnen Malz ausgelegt. Zu den besonderen Einrichtungen gehört eine leistungsstarke Trockungseinrichtung. Die Anlage ist sowohl für den Im- als auch für den Export von Malz ausgelegt.

Im Nordbereich des Hafens entsteht zudem der "Dry Port Terminal" geplant. Die Finanzierung verteilt sich auf die Unternehmen Sea Invest sowie Arcelor Mittal. Die Anlage soll nicht nur auf die Bedürfnisse des polnischen Marktes, sondern auch der Nachbarländer ausgerichtet sein.

Auch für den Autoumschlag hält Danzig Einrichtungen vor. So will der japanische Hersteller Nissan den Hafen als sein "Baltic Hub" entwickeln. Am 8. November 2010 konnte mit dem norwegischen Autocarrier "Höegh Seoul" (Baujahr: 2004, rund 16.000 Tons Deadweight, d.Red.) das erste, mit Nissan-Autos beladene Schiff abgefertigt werden. (eha) 

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