Hafen Antwerpen: Siebenter Umschlagrekord in Folge

05.01.2009 17:30 Uhr
Antwerpen
Der Containerumschlag in Antwerpen legt weiter zu (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Containerumschlag liegt immer noch im Plusbereich – Starker Einbruch im Stahlgeschäft

Antwerpen. Mit einem erneuten Rekordumschlag kann der Hafen Antwerpen aufwarten. Mit 190 Millionen Tonnen gingen 2008 rund vier Prozent mehr Seegüter über die Kaikanten des zweitgrößten europäischen Seehafens. Allerdings fällt das Mengenwachstum nach Darstellung der Städtischen Hafenverwaltung GHA (Gemeentelijk Havenbedrijf Antwerpen) geringer aus, als noch zur Jahresmitte für machbar gehalten. „Für die ersten neun Monate konnten wir mit phantastischen Zahlen aufwarten“, heißt es beim GHA. Mit dem letzten Quartal und der sich mit voller Wucht entfaltenden Finanzmarktkrise verschlechterte sich jedoch auch für Antwerpen die Marktlage. Für 2009 stellt sich der GHA auf „ein schwieriges erstes Halbjahr“ ein. Anders als seine großen Mitbewerber Rotterdam und Hamburg konnte der Scheldehafen beim Containerumschlag noch deutlich zulegen. Auf TEU-Grundlage kommt der größte belgische Seehafen auf 8,6 Millionen Standardcontainer (TEU), ein Plus von gut sechs Prozent gegenüber 2007. Zum Vergleich: Rotterdam bewegt sich mit 10,8 Millionen TEU ebenso auf Vorjahresniveau wie Hamburg mit gut 9,9 Millionen TEU. Das containerisierte Stückgut erbrachte gut 102 Millionen Tonnen, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen herben Rückschlag musste Antwerpen beim konventionellen Stückgut verkraften. Mit 17 Millionen Tonnen liegt das Ergebnis um gut 15 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Vor allem der Einbruch bei den Stahl- und Eisenverkehren – Antwerpen behauptet sich weiterhin als führender europäischer Stahlhafen – schlug im Wortsinne durch. Der Rückgang liegt bei gut 14,1 Prozent auf 10,5 Millionen Tonnen. Ganze Importstahl-Pakete aus Fernost brachen als Folge der Finanzmarktkrise weg. Ein kleiner Trost: Der ebenfalls dem Stückgutsegment zugeordnete Fruchtumschlag verbesserte sich um ein Prozent auf gut 1,3 Millionen Tonnen. Damit bleibt Antwerpen nach eigener Darstellung Europas größter Fruchtumschlagplatz. Das Massengutgeschäft weist unter dem Strich ein Plus von 5,1 Prozent auf 67,4 Millionen Tonnen aus. Während das Aufkommen an trockenem Massengut (Greifergüter wie Kohlen und Erz beziehungsweise Sauggüter wie Getreide und Agribulk) im Berichtszeitraum „deutlich“ zulegten, hielt sich der Flüssiggut-Umschlag mit gut 39,5 Millionen Tonnen auf dem Vorjahresniveau. (eha)

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