Brüssel. Am 8. September wird die Europäische Kommission über die Einführung der so genannten Reparaturklausel entscheiden. Mit dieser soll gewährleistet werden, dass Fahrzeugbesitzer ihr Gefährt auch abseits der Vertragswerkstätten mit passenden Ersatzteilen reparieren lassen können. Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) warnt vor massiven Preiserhöhungen im Kfz-Ersatzteilehandel, sollte diese Änderung der Richtlinie 98/71/EG abgelehnt werden. Der freie Ersatzteilmarkt in Europa ist nach Auskunft des GVA in Gefahr. Vor allem die Automobilhersteller übten Druck auf die Entscheidungsträger in Brüssel aus, um ein Monopol auf den Verkauf Karosserieteile zu erhalten. Die Herstellerlobby dränge, laut GVA, auf einen umfassenden Designschutz auch für Ersatzteile, welcher es Dritten erschweren würde passende Karosserieteile anzubieten. Der Kfz-Ersatzteilmarkt in der Europäischen Union habe derzeit eine Größenordnung von circa zehn Milliarden Euro. Laut einer vom GVA zitierten Studie der Unternehmensberatung McKinsey, erzielten die Automobilhersteller im Jahr 2000 39 Prozent ihres Reingewinns aus dem Ersatzteilgeschäft. (tp/sb)
GVA: Bei Ersatzteilen drohen Preiserhöhungen
In zwei Wochen entscheidet die EU-Kommission über die umstrittene Reparaturklausel: Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) warnt bei Ablehnung vor massiven Preiserhöhungen im Ersatzteilehandel