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Güterverkehr legt bis 2017 um drei Prozent zu

Auf den Straßen wird es voller - allerdings wächst vor allem der Anteil ausländischer Lkw
© Foto: Picture Alliance/dpa/Christian Charisius

Laut Mittelfristprognose des BAG nehmen Tonnage und Verkehrsleistung bis 2017 zu. Während Binnenschiff und Lkw gewinnen, verliert die Schiene.


Datum:
27.08.2015
Autor:
Katharina Spirkl
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Berlin. Im Jahr 2015 ist mit Ausnahme der Eisenbahnverkehre mit einer positiven Aufkommens und Leistungsentwicklung im Güterverkehr zu rechnen. Auch in den darauf folgenden Jahren wird die Verkehrsleistung weiter zunehmen, allerdings schwächer. Das geht aus der im Auftrag des BMVI erstellten aktuellen Mittelfristprognose für die Verkehrsentwicklung hervor, die TCI Röhling Transport Consulting und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) verfassen. Gegenstand sind die prognostizierte Verkehrsentwicklung in den Jahren 2015 bis 2017 sowie ein Rückblick auf das Verkehrsgeschehen im Jahr 2014.

Demnach wird bezogen auf das Jahr 2014 angenommen, dass die Gesamttransportleistung bis zum Jahr 2017 um rund 3 Prozent wächst. Die Zuwächse im Transportaufkommen sollen um 1,2 Prozent moderat steigen. Darin nicht enthalten, ist allerdings das Aufkommen im Seeverkehr, für das bis zum Jahr 2017 ein Wachstum in Höhe von 7,3 Prozent erwartet wird. Sowohl beim Transportaufkommen, als auch bei der Transportleistung wird der Binnenverkehr nach einem leichten Zuwachs im Jahr 2015 bis 2017 um etwa insgesamt ein Prozent zurückgehen. Demgegenüber geht die Prognose davon aus, dass die grenzüberschreitenden Verkehr zunehmen. Die Tonnage soll hierbei jährlich rund 2,3 Prozent wachsen, die Transportleistung um 2,5 Prozent.

Anteil ausländischer Lkw steigt weiter

Die Transportmenge im Straßengüterverkehr wird im Zeitraum 2014 bis 2017 einen Zuwachs von durchschnittlich unter 1 Prozent pro Jahr aufweisen, die Transportleistung wird im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 1,2 Prozent zunehmen, heißt es in dem Bericht. Für das Wachstum des Transportaufkommens im Jahr 2014 von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr seien streikbedingte Verlagerungen von der Bahn und die günstigen Lkw-Betriebskosten aufgrund niedriger Dieselpreise mit verantwortlich. Weiterhin spiele die gute Baukonjunktur eine Rolle, da rund 25 Prozent der Transportmengen im Straßengüterverkehr durch Bautransporte bedingt sind. Außerdem dürfte im Lkw-Verkehr der Anteil der ausländischen Lkw weiter wachsen, so die Prognose des BAG. Es werde erwartet, dass sich diese Anteile beim Transportaufkommen von 13,5 Prozent im Jahr 2014 auf 14,2 Prozent im Jahr 2017 und bei der Transportleistung von 38,8 Prozent im Jahr 2014 auf 41,3 Prozent im Jahr 2017 erhöhen.

Streiks schaden Schienengüterverkehr

Für die Eisenbahnverkehre werden dagegen über den gesamten Prognosezeitraum Rückgänge des Transportvolumens und eine verhaltene positive Entwicklung der Transportleistung erwartet. Von 2014 bis 2017 gehen die Bahn-Gütertransporte um insgesamt 1,6 Prozent von 365 Millionen Tonnen in 2014 auf 359,2 Millionen Tonnen im Jahr 2017 zurück. Im gleichen Zeitraum steigt aber – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2015 – die Transportleistung moderat um insgesamt 1,2 Prozent von 112,8 Milliarden Tonnenkilometern in 2014 auf 114,2 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2017 an. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklungen sind die Bahnstreiks in den Jahren 2014 und 2015, die zu Einbußen im Transportaufkommen bei der Bahn geführt haben. Aber auch der seit langem beobachtbare Güterstruktureffekt sowie der Trend zu kleinteiligen Transportvolumina spielt schon in diesem kurzen Prognosezeitraum eine Rolle. Zunehmend werden leichtere und hochwertige Güter in industriellen Stückgutnetzwerken transportiert. Hierfür bietet der Lkw in Konkurrenz zur Bahn sehr gute Transportangebote und -lösungen.

Der Kombinierte Verkehr stellt dagegen beim Eisenbahnverkehr ein Wachstumssegment dar, heißt es in dem Bericht. Besonders im internationalen Verkehr kann die Bahn in diesem Segment Transportaufkommen gewinnen. Im Zeitraum 2014 bis 2017 werde für den Kombi-nierten Verkehr von insgesamt 8,3 Prozent Zuwachs in der Tonnage (von 90,4 Millionen Tonnen in 2014 auf 97,9 Millionen Tonnen 2017) und von insgesamt 8,4 Prozent Zuwachs in der Transportleistung (von 43,9 Milliarden Tonnenkilometer in 2014 auf 47,6 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2017) ausgegangen.

Binnenschiff mit neuen Chancen im Hinterlandverkehr

Die Bahnstreiks wirken sich zu Beginn des Betrachtungszeitraums auch auf die Binnenschifffahrt aus. Durch die Streiks verlagerten viele Unternehmen ihre Güter im Massengutbereich von der Bahn auf das Binnenschiff um, so die Experten des BAG. Generell profitiert das Binnenschiff vom wachsenden Massengutbereich sowie günstigeren Treibstoffkosten. Im Jahr 2016 und 2017 sollen diese Einflüsse aber zurückgehen, hier ergeben sich aber Chancen im Hinterlandverkehr aller Seehäfen. So wurde 2014 die erste Stufe der Maasvlakte als Hafenerweiterung von Rotterdam eröffnet und die Umschlagskapazität wird zunehmend erweitert. Zum anderen realisieren die großen Seehäfen Maßnahmen zur besseren Einbindung der Binnenschifffahrt in die Hinterlandanbindung. Auch beim Binnenschiff ist der Containertransport Wachstumstreiber. Insgesamt führen diese Faktoren für 2017 zu einer Erhöhung der Tonnage um 0,4 Prozent und der Transportleistung um ein Prozent. (ks)

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