Düsseldorf. Nach der Serie von schweren Unfällen mit Lastwagen auf Autobahnen fordern die Grünen eine deutliche Ausweitung der Überholverbote für Brummis. Überholverbote für LKW müssten auch auf drei- und vierspurigen Strecken angeordnet werden, „vor allem im Berufsverkehr“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Horst Becker, am Freitag. Die Entscheidung von Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU), Überholverbote nur auf zweispurigen Abschnitten zuzulassen, reiche nicht aus. In Nordrhein- Westfalen gelten seit dem vergangenen Jahr auf beinahe den gesamten 1200 Streckenkilometern mit zweispurigen Fahrbahnen Überholverbote für Lastwagen. Schwere LKW-Unfälle ereigneten sich nicht nur auf zweispurigen Strecken, sagte Becker. Betroffen seien auch Verkehrsknotenpunkte auf drei- und vierspurigen Strecken. Deshalb sei Wittke bei den Überholverboten „auf halber Strecke stehen geblieben“. Nach Angaben des Innenministeriums sind bis Ende Juni in diesem Jahr bei 136 Stau- Unfällen mit LKW bereits 12 Menschen getötet, 42 schwer und 180 leicht verletzt worden. Auch die Geschwindigkeitskontrollen seien nicht ausreichend, bemängelte Becker. Die NRW-Autobahnpolizisten hätten nicht genügend Handcomputer, um manipulierte Fahrtenschreiber aufzuspüren. Die für große Lastwagen EU-weit vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzer seien oft ausgeschaltet oder manipuliert. Dem könne die Polizei nicht entschieden genug nachgehen. Dagegen lobte Becker die Abstandskontrollen durch die Polizei. Sie seien deutlich ausgebaut worden. Becker bekräftigte die Forderung der Grünen nach einem generellen Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf allen Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Dadurch könne der Verkehr „flüssiger und sicherer“ gemacht werden. Nach seinen Angaben gibt es auf rund 38 Prozent der Straßen des NRW-Autobahnnetzes keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. (dpa)
Grüne fordern mehr LKW-Überholverbote
Auch auf drei- oder vierspurigen Autobahnstrecken sollen Lastwagen nicht überholen dürfen