Die in Thiviers ansässige, auch in Ost- und Südeuropa tätige Transportgruppe Vialle hat sich vor dem Handelsgericht in Périgueux für zahlungsunfähig erklärt. Das berichtete die Pariser Les Echos. Die 1926 gegründete Firma ist das größte Transportunternehmen im gesamten aquitanischen Raum und einer der wenigen bedeutenderen Arbeitgeber im extrem strukturschwachen Departement Dordogne. Mit seinen 1100 Mitarbeitern und 800 Lkw hatte Vialle in den letzten Jahren forciert vor allem auf Auslandsexpansion gesetzt und sich in Marokko, Spanien, Belgien und auch Polen engagiert. Im Inland war der Transporteur nach der Übernahme seines Hauptkunden auch als Erdbeerproduzent aktiv geworden. Die Gruppe setzt auch polnisches Personal ein und war vor einem Jahr öffentlich beschuldigt worden, dabei die entsprechenden Auflagen des französischen Arbeitsrechts zu missachten. Die Entlassung eines Mitarbeiters, der darüber im Fernsehen berichtet hatte, löste bei der Firma einen Streik aus. Zunächst durch das zuständige Kontrollgremium von den Vorwürfen entlastet, sah sich Vialle bald darauf mit neuen Untersuchungen konfrontiert, diesmal von Seiten der Staatsanwaltschaft. (vr/jb)
Großer Firmenzusammenbruch in Südwestfrankreich
Spedition Vialle beschäftigte illegal osteuropäische Fahrer