Berlin/Graz. Mit einer Strafanzeige gegen die Betreiber des österreichischen LKW-Mautsystems, Europpass und Kapsch Traffic Com, will die Efkon AG aus Graz die Inbetriebnahme der Mauterhebung torpedieren. Der Efkon-Vorstandvorsitzende Helmut Rieder äußerte auf eine Pressekonferenz in Berlin den Verdacht, dass "gravierende technische Mängel" bei der seiner Ansicht nach "veralteten Mikrowellen-Technik" zu Fehlbuchungen führen könnten. Die so genannte Go-Box, die zur Erhebung der Maut in Österreich in Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eingebaut werden muss, funktioniere bei metallisierten Windschutzscheiben nicht ordnungsgemäß, sagte Rieder. Die Folge: Fahrer, die mit solchen Scheiben unterwegs sind, würden durch den Defekt unfreiwillig zu Mautprellern. Laut Rieder läge der Anteil dieser Fahrzeuge auf den Straßen bei bis zu 20 Prozent. Dieser Umstand hätte den Betreibern bei der Bewerbung während der Ausschreibung des Mautsystems bekannt sein müssen, wetterte Rieder. Die Beklagte Europass reagierte gelassen bis amüsiert auf die Anschuldigen. "Das angebliche Problem von metallisierten Scheiben im Zusammenhang mit der Go-Box ist in der Praxis nicht existent", versicherte Karl-Heinz Hüttl, Geschäftsführer des LKW-Produzenten MAN-Austria und Vorsitzender des Nutzerbeirates der Europass. Der Anteil solcher Fahrzeuge tendiere "gegen Null". Das Unternehmen Efkon liefert als Spezialhersteller für Infrarot- und Mikrowellen-Technik Komponenten für das deutsche Toll-Collect-System zu. Die Staatsanwaltschaft am zuständigen Landesgericht Graz bestätigte unterdessen der Verkehrs-Rundschau auf Anfrage den Eingang der Anzeige gegen die österreichischen Mautbetreiber. (vr/as/dw)
Grazer Unternehmen hält Maut-System in Österreich für "diskriminierend"
Metallisierte Windschutzscheiben machen Go-Box angeblich funktionsuntüchtig