Gotthardtunnel muss früher saniert werden

07.08.2008 12:13 Uhr
Gotthardtunnel
Die Sanierung des Gotthardtunnels wird zehn Jahre früher als geplant fällig (Bild: AfBN)
© Foto: Gotthardtunnel

Schweizer Behörde schreibt Globalerhaltungskonzept aus: Totalsanierung der wichtigen Nord-Süd-Straßenachse bereits in zehn Jahren notwendig

Bern. Der Gotthard-Straßentunnel muss früher total erneuert werden als bisher angenommen. Der Bund schreibt in den nächsten Tagen die ersten Planungsarbeiten aus. Die Sanierung dürfte zwischen 2018 bis 2020 durchgeführt werden. Bislang ging man davon aus, dass die Totalsanierung erst gegen das Jahr 2030 fällig wird, wenn der Tunnel 50 Jahre alt sein wird. Das Bauwerk müsse nun aber eher mit 40 als mit 50 Jahren erneuert werden, bestätigte ein Sprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra), einen Bericht der „Berner Zeitung“. Mit der Totalsanierung kann vor allem wegen der Beleuchtung und Belüftung nicht länger zugewartet werden. In diese war zwar nach dem Brand 2001 investiert worden. Beleuchtung und Belüftung seien für den Betrieb des Tunnels aber zentral, so das Astra. In 14 Tagen schreibt dieses das Globalerhaltungskonzept aus. Dieses soll bis in zwei Jahren Antworten geben zu technischen Fragen und den Kosten, aber auch dazu, wie die Arbeiten abgewickelt werden sollen, denn ohne eine längere Totalsperrung des Tunnels wird es nicht gehen. Bislang wurde der Gotthardtunnel in Sperrnächten saniert. Diese reichen für eine Gesamterneuerung nicht aus. Ob der Tunnel verteilt auf mehrere Sommer, wenn der Pass offen ist, gesperrt werden soll, oder in einem Zug während eines Jahres, ist noch offen. Kommt es zu einer längeren Sperrung an einem Stück, könnte der Autoverlad reaktiviert werden, wie Bundesrat Moritz Leuenberger im März im Ständerat erklärt hatte. Auch sollte der Basistunnel bis zur Sanierung offen sein und die Autobahn entlasten. Heute geht das Astra davon aus, dass das Projekt 300 bis 500 Millionen Schweizer Franken (184 Millionen bis 306 Millionen Euro) kosten könnte, was bis zu einem Viertel des jährlichen Schweizer Autobahnbudgets entspricht. Das Vorhaben ist wegen der nötigen Totalsperrung auch politisch und wirtschaftlich brisant. Um eine sanierungsbedingte Sperrung des Gotthardtunnels zu vermeiden, waren immer wieder Forderungen nach einer zweiten Tunnelröhre laut geworden. 2004 sagten die Stimmberechtigten aber Nein zu einer Lockerung des Alpenschutzartikels und damit zur zweiten Tunnelröhre. Wegen anstehender Unterhaltsarbeiten ist der Gotthardtunnel bereits im September für insgesamt 12 Nächte gesperrt. Vom 8. bis 12. September, 15. bis 18. September und vom 22. bis 25. September ist die Durchfahrt zwischen 20 Uhr und 5 Uhr nicht möglich. (hrk)

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