Gurtnellen. Die Gotthard-Bahnlinie ist seit Mittwochnachmittag als Folge eines Felsabbruchs bei Gurtnellen für den Zugverkehr unterbrochen. Wie die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) mitteilten, wird die Sperrung voraussichtlich mehrere Tage dauern. Auch der Güterverkehr kann die Stelle derzeit nicht passieren, soll aber voraussichtlich Sonntagabend wieder aufgenommen werden.
Güterzüge werden grossräumig via Lötschberg-Simplon umgeleitet. In enger Kooperation mit den Güterbahnen strebt die SBB an, trotz eingeschränkter Kapazität möglichst viele Güterzüge auf der Nord-Süd-Achse verkehren zu lassen. Zur Abwicklung des Güterverkehrs wurden unter anderem die Kapazitäten in Domodossola erhöht und geplante Bauarbeiten auf der Simplonstrecke verschoben. In Domodossola werden zusätzliche Rangierloks eingesetzt und die Rangierteams wurden verstärkt. Außerdem arbeiten die italienischen Zollbehörden in Domodossola II ab sofort im 24-Stunden-Betrieb. Einige Güterzüge werden derzeit in den Terminals zurückgehalten, teilte die SBB mit.
Der Felsabbruch ereignete sich nahe jener Stelle, wo bereits im Juni ein Felssturz niederging. Zum Zeitpunkt des Felsabbruchs befanden sich weder Züge im betroffenen Abschnitt, noch wurden nach aktuellem Kenntnisstand Personen verletzt. Die im Hang installierten Sensoren haben laut SBB ordnungsgemäss Alarm ausgelöst und der Zugsverkehr konnte umgehend gestoppt werden.
Ein Felsblock in der Grösse von rund 70-80 Kubikmeter hat gestern Nachmittag die Gotthard-Bahnstrecke bei Gurtnellen beschädigt und den Zugsverkehr auf dieser Nord-Süd-Achse blockiert. (diwi)