Kassel. Mit einer Kundgebung in Kassel hat heute eine bundesweite Protesaktion der Gewerkschaften Transnet und GDBA zum Erhalt der Bahn AG als Gesamtkonzern begonnen. Etwa 700 Bahn-Beschäftigte demonstrierten gegen eine Zerschlagung des Konzerns in Bahnbetrieb und Schienennetz vor einem Börsengang. Bei einer Trennung stünden nicht nur die Konkurrenzfähigkeit der Bahn, sondern auch 80.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, kritisierten Arbeitnehmervertreter. „Der Arbeitsplatzklau geht um! Und der Arbeitsplatzklauer sitzt im Kabinett in Berlin“, sagte Transnet-Vize Lothar Krauß in Anspielung auf Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Der Bahn gehe es so gut wie nie zuvor, das sei das Verdienst der mehr als 200.000 Bahnbeschäftigten. „Tiefensees Plan ist Bürokratie in schlimmster Form, der den Erfolg und den Konzern gefährdet“, sagte Krauß. Eine Trennung in Betrieb und Schiene bezeichnete er als Unfug. „Die 5000 Bahnhöfe und 35.000 Kilometer Schienennetz gehören seit 1936 uns“, betonte der Transnet-Vize. Vor der Demonstration gab es in mehreren Bahn-Betrieben in Kassel und Umgebung Betriebsversammlungen. Die Kundgebung auf dem Rathausplatz war der Auftakt zu einer Serie von Betriebsversammlungen und Demonstrationen. Die nächste Aktion ist für diesen Donnerstag in Berlin geplant. Vom 28. September an können die Gewerkschaften zu Warnstreiks aufrufen. (dpa/sb)
Gewerkschaften fordern Erhalt der Deutschen Bahn
Bundesweiter Proteststart: Transnet und GDBA demonstrieren gegen Zerschlagung des Staatskonzerns