Die Verhandlungen über die zukünftige Beteiligung der bahn-kontrollierten größten französischen Speditions- und Logistikgruppe Geodis, Paris, an der maroden Bahnfrachtfirma Sernam sind in ein neues Stadium eingetreten, wie die Pariser Wirtschaftspresse meldete. Geodis will sich nun nicht mehr, wie bislang vorgesehen, zu 60 Prozent am Kapital des Unternehmens beteiligen, sondern nur noch 15 Prozent erwerben. Geodis-Chef Pierre Blayau begründete dies mit der langen Zeit, die die Brüsseler Behörden für ihre Entscheidung in der Frage des geplanten Zusammengehens beider Firmen gebraucht hätten. Inzwischen seien die Ausgangsbedingungen für das Projekt nicht mehr dieselben. Was Geodis jetzt anstrebt, ist eine kommerzielle und technische Partnerschaft mit dem nach wie vor hoch verschuldeten Bahnfrachtanbieter, ohne sich an dessen Leitung zu beteiligen. In vier oder fünf Jahren könne man dann erneut über eine mögliche Kontrollübernahme reden. Die Staatsbahn SNCF will aus Anlass des Geodis-Kapitaleinstiegs 270 Millionen Euro (528 Millionen Mark) in ihre Tochter pumpen. Die Summe entspräche den Verlusten, die Sernam im letzten Jahr eingefahren hat und im laufenden sowie voraussichtlich auch im nächsten machen wird. (vr/jb)
Geodis will sich nur noch zu 15 Prozent an Sernam beteiligen
Der Dienstleister will eine kommerzielle und technische Partnerschaft mit der Bahnfrachtfirma.