Mehr als zwei Monate zieht er sich mittlerweile hin, der Übernahmepoker um MAN und Scania. Und durch den Einstieg des Großaktionärs Volkswagen in die Debatte ist die Situation auch nicht unbedingt übersichtlicher geworden. Die Fusion wird kommen, so viel ist wohl klar. Doch in welcher Form und wie sie sich auf den Nutzfahrzeugmarkt auswirken wird, darüber kann man momentan nur spekulieren. Nun machen sich die Auswirkungen einer Firmenfusion natürlich nicht schon am Tag der Vertragsunterzeichnung bemerkbar. Während die Börse längst die Erwartungen der Anleger vorweggenommen hat, dauert es wesentlich länger, bis zwei Unternehmen mit all ihren Unterschieden in der Historie, der Philosophie, der Arbeitsweise, aber auch der Mentalität der Mitarbeiter den Weg zueinander gefunden haben. Wie sich ein derartiger Zusammenschluss im Markt bemerkbar macht, kann erst die Zukunft zeigen. Nicht zuletzt gibt es genügend Beispiele, bei denen eine Übernahme das gewünschte Ergebnis nicht oder zumindest nicht im erwarteten Maß erreicht hat. Wünschenswert im Sinne der Kunden wäre sicherlich, wenn sich die Synergieeffekte, die aus der Fusion resultieren, auch auf den Preislisten der Hersteller bemerkbar machen. Beide Konzerne – oder im Grunde genommen alle drei, rechnet man VW dazu – werden künftig stärker dem Wettbewerb auf dem Weltmarkt ausgesetzt sein. Im Hinblick auf die Entwicklung der Marktanteile passt es da gut, wenn man gemeinsam agieren kann, wenn Kostenersparnisse genutzt werden – und wenn zumindest ein Teil davon seinen Weg auf die Rechnung des LKW-Käufers findet. Rudolf Gebhardt stellv. Chefredakteur
Fusion MAN-Scania: Erwünschte Effekte
Der Kommentar der Woche von Rudolf Gebhardt, stellvertretender Chefredakteur