„Frauen arbeiten 79 Tage im Jahr umsonst“

29.04.2015 10:44 Uhr
Frauen verdienen nach wie vor deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

Frauen verdienten 2014 knapp 22 Prozent weniger als Männer. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig plant deshalb ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit.

Berlin. Der nächste Equal Pay Day ist am Samstag, den 19. März 2016. Dies verkündeten jetzt die Business and Professional Women (BPW) Germany, Initiatorinnen des Aktionstags für Entgeltgleichheit in Deutschland. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts verdienten Frauen im Jahr 2014 durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer. Damit habe sich die Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Würde man den Prozentwert in Tage umrechnen, arbeiten Frauen vom 1. Januar bis zum 19. März 2016 umsonst.

„21,6 Prozent Lohnlücke bedeuten, dass Frauen 79 Tage im Jahr umsonst arbeiten“, sagt Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig. „Diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen, ist Aufgabe der Unternehmen, der Gewerkschaften und der Politik. Wir müssen gemeinsam für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für die Aufwertung von typischen Frauenberufen und für mehr Transparenz sorgen. Lohngerechtigkeit ist machbar und zentral für eine moderne und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Deshalb möchte ich ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit auf den Weg bringen.“

Mit dem Equal Pay Day 2016 ruft der BPW Germany den Aktionstag zum neunten Mal aus. Dass sich die Lohnlücke in den vergangenen Jahren nur um ein Prozent gesenkt hat, dürfe nicht entmutigen, betont Henrike von Platen, Präsidentin des Frauennetzwerks: „Fast alle Probleme der Gleichstellungspolitik kulminieren letztlich in der ungleichen Bezahlung der Geschlechter. Mit dem Equal Pay Day haben wir die Diskussion auf breiter Basis angestoßen. Das zunehmende Bewusstsein über die Entgeltungleichheit und die politischen Maßnahmen werden ihre Wirkung entfalten. Daher lautet die Devise: Dran bleiben!“ (ts)

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