Die Schienentransportnutzer unter den französischen Industrie-und Handelsunternehmen sehen sich ein weiteres Mal in ihrer Hoffnung auf eine verlässliche Service-Verbesserung auf Seiten des staatlichen Bahnbetreibers SNCF enttäuscht. Der seit über einer Woche anhaltende neuerliche Streik bei der Bahn blockiert wie immer in erster Linie den Frachtbetrieb. Der Vorsitzende der Nutzervereinigung GIFF, Claude Leroi, sprach von "mehreren hundert stillgelegten Güterzügen", die Zeitung Les Echos berichtete von 600. Einzelne Fabriken hätten schon keine Materialvorräte mehr, die Bänder in der Automobilindustrie drohten stillzustehen. PSA Peugeot Citroën befördert mit seiner Tochter Gefco jeden Tag an die 5000 Autos mit der Bahn. Die Gruppe sucht jetzt ebenso wie andere weite Teile der Industrie massiv nach Ersatz im Straßengütertransport, um Kurzarbeit zu vermeiden. Seit gestern ist man bei SNCF Fret zwar bemüht, die Lage im Frachtsektor mit Vorrang zu entschärfen. Für Donnerstag jedoch war ein landesweiter Streik ausgerufen, und am Wochenende steht mit Sicherheit der Personenverkehr wieder im Vordergrund, weil dann Hunderttausende in die Osterferien fahren wollen. Für den 9. und 10. April wurden außerdem weitere regionale Streiks angekündigt. DB Cargo hat zu Beginn der Streiks am 28. März eine Annahmesperre für Sendungen nach Frankreich verhängt. "Selbst wenn der Streik morgen beendet ist, muss zuerst der Rückstau abgefahren werden", sagte DB Cargo-Sprecherin Sabine Großkopf gegenüber der Verkehrs-Rundschau. Bis danach neue Sendungen angenommen werden können, sei ungewiss. (vr/jb)
Frankreichs Verlader erneut durch Bahnstreik geschädigt
Bis auf weiteres Annahmesperre von DB Cargo für Sendungen nach Frankreich