Paris. Der mittelständische französische Verband FNTR will am 30. Juni erneut mit Schneckentempo-Aktionen Druck auf die Regierung ausüben, um diese zu noch mehr Zugeständnissen zur Verringerung der Diesel- und Mautkosten zu bewegen. Das kündigte sein Vorsitzender Patrick Vermont-Desroches nach dem jüngsten Treffen an, zu dem Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau die drei Transportverbände TLF, FNTR und Unostra sowie die Gewerkschaften eingeladen hatte. Bussereau hat dabei erklärt, dass er bis zum Ende des Jahres „paritätische Verhandlungen mit dem Ziel einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“ des heimischen Straßengütertransports durchführen will. Richtschnur dafür werde ein Gutachten des staatlichen Zentrums für strategische Analysen (CAS) sein, das Denkrichtungen für strukturelle Reformen aufzeigt, die auch die Fahrerarbeitszeit mit einschließen. Dieses Stichwort rief sofort die Gewerkschaften auf den Plan. CFDT und CGT kündigten einhellig Widerstand gegen jeden Versuch an, die aktuell geltenden Regelungen zu modifizieren, um die Löhne zu senken und die Arbeitszeiten zu verlängern. Die Gewerbeverbände FNTR und TLF zeigten sich dagegen mit der Marschroute, die Bussereau einschlagen will, zufrieden. Für den FNTR-Chef geht es bei der Arbeitszeitfrage um nicht weniger als „50.000 bis 60.000 Fahrer-Arbeitsplätze“. TLF seinerseits begrüßte die Orientierung des Staatssekretärs an dem CAS-Gutachten, auch wenn dies keine Antwort auf die „unmittelbaren Sorgen eines Gewerbes ist, die sich einer tief greifenden strukturellen und konjunkturellen Krise gegenüber sieht.“ (jb)
Frankreich: Verband kündigt Protest am 30. Juni an
Die Reformpläne der Regierung rufen jetzt die Gewerkschaften auf den Plan