Die Zusatzbelastungen für die französische Staatsbahn im Gefolge des jüngsten, auch heute noch nicht vollständig beendeten Streiks werden inzwischen von der SNCF selbst auf 84 Millionen Mark geschätzt. Diese Zahl wurde gestern bei einem Treffen zwischen den Verlader-Kunden und SNCF-Chef Louis Gallois bekannt. Darin eingeschlossen sind 24 Millionen, die Bahn in Form eines zehnprozentigen Preisnachlasses für alle Frachtkunden zu zahlen bereit ist, die im Streikmonat April Kapazitäten geordert haben. Die Verlader zeigten sich "von dieser Geste angenehm überrascht", bezeichneten den Betrag jedoch als "gänzlich ungenügend". Der Staatsbetrieb hat ihnen daraufhin einen Spielraum für Verhandlungen über Einzelentschädigungen eröffnet. Diejenigen Verlader, deren streikbedingte Verluste nachweislich höher als die zitierten 10 Prozent Nachlass lägen, werde die Bahn nach individueller Prüfung auch entsprechend höher entschädigen, erklärte Galois. Philippe Armengaud, Chef des lothringischen Stahlkonzerns Usinor und Vorsitzender des Verladerverbandes AUTF, machte bei dem Zusammentreffen deutlich, dass es für dessen Mitglieder ernsthaft keine echte Alternative zum Schienentransport gebe: "Die Welt ändert sich; wenn die Züge stehen bleiben, kann man nicht mehr einfach 10 000 Lkw auf die Straße setzen. Wir müssen die Umwelt stärker ins Kalkül einbeziehen", gab er zu bedenken. (vr/jb)
Frankreich: Streik kostet SNCF mindestens 84 Millionen Mark
Die Staatsbahn bietet Frachtkunden Einzelentschädigungen an