350 Beschäftigte einer Transportgenossenschaft aus Aulnay-sous-Bois bei Paris haben kürzlich mit 60 schweren und kleineren Nutzfahrzeugen stundenlang den gesamten Pariser Périphérique lahmgelegt. Sie wollten damit auf die drohende Zahlungsunfähigkeit ihrer Firma und die Gefährdung der insgesamt 700 Arbeitsplätze aufmerksam machen. Für die Finanzklemme machten sie zahlungssäumige Großkunden verantwortlich, allen voran die Stadt Paris. Der von ihnen verursachte Stau war 180 km lang. Gegen das Unternehmen wurde Klage wegen nicht genehmigter Demonstration und Verkehrsbehinderung erhoben. Der erstmalige Einsatz von Nutzfahrzeugen als Kampfmittel durch eine Einzelfirma ist das bisher spektakulärste Beispiel für die in Frankreich um sich greifende Radikalisierung und Brutalisierung im Bereich der Wirtschaft, die mit den Lkw-Blockaden vor zwei Jahren begonnen hat.
Frankreich: Lkw als Kampfmittel eingesetzt
Unternehmen greifen zu immer radikaleren und brutaleren Mitteln im Wirtschaftsleben